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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Explosionsschutz bei der Prüfung von Messanlagen auf Tankwagen für Diesel und Heizöl

Frage:

In einer Halle, in der Tankwagen geprüft werden, wird ein neues Hallentor mit elektrischem Antrieb eingebaut.In dieser Halle werden Messanlagen auf Tankwagen für Diesel oder Heizöl geprüft. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass Tankfahrzeuge in die Halle fahren, bei denen eine Kammer des Tanks mit Vergaserkraftstoff gefüllt ist. Diese Kammer wird allerdings nicht zur Prüfung verwendet - bleibt also verschlossen.
Ferner ist wichtig, dass bei der Prüfung immer eine leere Kammer benötigt wird und dabei ist dann nicht auszuschliessen, dass in dieser Kammer Vergaserkraftstoff war und somit Benetzungsrückstände vorhanden sind.
Nun meine Frage: Inwiefern ist das beim Thema "Explosionsschutz" zu berücksichtigen? Muss das neue Hallentor mit Explosionsschutz versehen sein?

Antwort :

Die Kammern des Tankwagens sind sicher als Zone 0 einzustufen, wenn eine ungereinigte Kammer für Vergaserkraftstoff in einer Halle geöffnet wird.

Auf Grund der Tätigkeiten ist eine gefährlich explosionsfähige Atmosphäre möglich und somit sind die Bestimmungen zum Explosionsschutz zu erfüllen.

Werden diese in einer Halle geöffnet, die nicht als ganzes "Ex-geschützt" (Zone 1) ausgeführt ist (Beleuchtung, Maschinen, ...), so ist dies in hohem Maße problematisch.
Neben dem Ex-Schutz sind auch Maßnahmen erforderlich, um eine Gefährdung der Beschäftigten durch die Benzindämpfe zu vermeiden.

Nach Ziffer 5.27.1 der BGR 157 "Fahrzeuginstandhaltung"  hat der Arbeitgeber bei Instandhaltungsarbeiten an Behälterfahrzeugen für brennbare Flüssigkeiten der Einstufung Hoch- und Leichtentzündlich (Flammpunkt < 55 °C) oder brennbare Gase, bei denen Zündquellen nicht vorhanden sind, sicherzustellen, dass
− nur entgaste oder mit gültigem Gasfreiheitsattest versehene Fahrzeuge in Werkstätten eingebracht werden,
− nicht entgaste, in Werkstätten eingebrachte Fahrzeuge mit Gaswarngeräten nach Abschnitt 4.21 überwacht werden oder
− nicht entgaste Fahrzeuge in einen explosionsgeschützten Pflegeraum eingebracht werden.
Zu Zündquellen siehe Abschnitt 5.22.1. Siehe auch BG-Information „Sicherer Betrieb von Tankfahrzeugen für Mineralölprodukte“ (
BGI 857).

Ziffer 5.27.2: Können bei Instandhaltungsarbeiten Zündquellen nicht vermieden werden und die Behälter, Armaturen und Leitungen nicht mit Wasser, inerten Gasen (Stickstoff, Kohlendioxid) oder Wasserdampf gefüllt werden, dürfen diese Arbeiten nur unter Aufsicht eines vom Arbeitgeber beauftragten Sachkundigen, der die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen festzulegen hat, durchgeführt werden oder nur dann durchgeführt werden, wenn ein gültiges Gasfreiheitsattest vorliegt.

Wenn der Aufwand in der Halle (und nicht nur in Bezug auf das Rolltor) nicht extrem hoch werden soll, dürfte in der Praxis nur die Alternative bestehen, die zu öffnende Kammer vorher außerhalb der Halle unter genau festzulegenden Voraussetzungen zu trocknen und gasfrei zu machen, und darüber auch einen Nachweis zu führen.
 


Dialognummer: 3687

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