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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Explosionsschutzdokument
Stichworte: Ist für das Betanken von Kleingeräten (Motorsägen u.ä.) auf einem Betriebshof ein Explosionsschutzdokumnet erforderlich?

Frage:

Im Baubetriebshof oder Forstbetrieb werden regelmäßig Kleingeräte wie Motorsägen, Freischneider, Sichelmäher u.ä. betankt. Ist für das Betanken dieser Maschinen/Geräte ein Explosionsschutzdokumnet erforderlich? Wenn ja, gilt dies auch für das Betanken im Freien?

Antwort :

Explosionsschutzanforderungen ergeben sich aus der Betriebssicherheitsverordnung und aus der Gefahrstoffverordnung. Explosionsschutzmaßnahmen richten sich konkret nach den Explosionsschutz-Regeln der Berufsgenossenschaften (BGR 104) (Hinweis: diese werden zukünftig in Technische Regeln für Betriebssicherheit - TRBS überführt).

Der Arbeitgeber muss nach § 6 BetrSichV ein Explosionsschutzdokument erstellen, wenn ein explosionsgefährdeter Bereich im Sinne des § 2 Abs. 10 BetrSichV vorliegt. Der Begriff des explosionsgefährdeten Bereiches ist unter § 2 Abs. 10 BetrSichV definiert. Er ist ein Bereich, in dem gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann. Ein Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre nicht in einer solchen Menge (gefahrdrohend) zu erwarten ist, dass besondere Schutzmaßnahmen erforderlich werden, gilt nicht als explosionsgefährdeter Bereich. Ob ein solcher explosionsgefährdeter Bereich vorliegt, muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln.

Bei dem Füllen der Kleingeräte muss geklärt werden, ob eine gefahrdrohende Menge an explosionsfähiger Atmosphäre auftreten kann. Hierzu können die Ausführungen der BGR 104 -Explosionsschutz-Regeln (Ex-Rl) unter Kapitel D.1.3 helfen. Die Frage kann für den beschriebenen Fall eindeutig mit "Ja" beantwortet werden, d.h. die Menge an explosionsfähiger Atmosphäre kann gefahrdrohend werden.

Das Explossionsschutzdokument kann aber entsprechend der Tätigkeit sehr kurz gehalten werden, etwa:

Das Betanken der Geräte wird nur an ... (Stelle) im Freien vorgenommen.
Die Stelle ist allseits gut durchlüftet.
Im Umkreis von 3 m befinden sich keine Zündquellen.
Eine ggfs. vorhande Beleuchtung befindet sich außerhalb des 3-m-Bereichs / mehr als 1 m oberhalb der Fläche.
Elektrische Geräte werden nicht betrieben. Rauchen ist verboten.
Andere Zündquellen gibt es nicht. Die Beschäftigten tragen entsprechendes leitfähiges Schuhwerk.
Etwaige Tropfverluste werden durch ein Blech mit einer Aufkantung aufgefangen. Über dem Blech liegt ein Lichtgitterrost, dadurch wird eine Stolpergefahr vermieden.
Ein geeigneter Handfeuerlöscher (6 kg) wird in der Nähe bereitgehalten.
Die Beschäftigten sind eingewiesen und werden wiederkehrend geschult.

P.S. Das gleiche gilt natürlich auch für das Betanken bzw. das Lagern der Kanister.


Dialognummer: 3652

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