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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Schutzmaßnahmen sind beim Abbruch von Ofensteinen mit Chrom-VI-Verbindungen zu treffen?

Frage:

Beim Abbruch eines Ofens fallen Steine mit Chrom-VI-Verbindungen (Ausblühungen) an. Welche Vorkehrungen bei Abbruch und Entsorgung sind aus Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzgründen zwingend vorgeschrieben und einzuplanen. Gibt es Handlungsanleitungen bzw. Vorschriften dazu?

Antwort :

 

Die beim Abbruch eines Ofens, bei dem Steine mit Chrom-VI-Verbindungen als Ausblühungen anfallen, durchgeführten Tätigkeiten unterliegen den Vorschriften der Gefahrstoffverordnung. Das bedeutet, dass für diese Tätigkeiten jeweils eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden muss, aus der sich die einzelnen Vorkehrungen zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Mitarbeiter in jedem Einzelfall ergeben. Eine generelle Handlungsanleitung oder entsprechende Vorschrift dafür gibt es nicht, da jede Tätigkeit auch ortsbezogen beurteilt werden muss.
Maßgebendes Kriterium im Hinblick auf die Kanzerogenität ist der Luftweg; hinsichtlich der sensibilisierenden Wirkung ist der Hautkontakt, in seltenen Fällen auch der Schleimhautkontakt, verantwortlich. Die irritative Wirkung beruht überwiegend auf dem Schleimhautkontakt. Die Gefährdungsbeurteilung muss also erstmal das Freiwerden der Chrom-VI-Verbindungen und dann den möglichen Aufnahmeweg in den menschlichen Körper bei den einzelnen Tätigkeiten berücksichtigen. Für die weitere Beurteilung sollte auch bedacht und durch Messungen nachgewiesen werden, in welchem Maße die v. g. Verbindungen bei welcher Abbruchtätigkeit im kritischen Maßstab freigesetzt werden können. Als Beurteilungsrichtwert kann in Ermangelung eines entsprechenden Arbeitsplatzgrenzwertes hierbei der TRK-Wert für Chrom VI nach der TRGS 905 unter Berücksichtigung der Qualität eines TRK-Wertes zugrundegelegt werden.
Bemerkung: Da das Konzept der neuen Gefahrstoffverordnung nur noch Grenzwerte (Arbeitsplatzgrenzwert =AGW: Konzentration eines Stoffes, bei welcher akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind) vorsieht, die sich am Gesundheitsrisiko orientieren, sind die TRK-Werte mit dem Inkrafttreten dieser Vorschrift aufgehoben worden. TRK-Werte sind keine AGW!
Die Vorgehensweise bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen ist ausführlich unter http://www.bgbau.de/koop/forschung/downloads/hdlanlgebsan.pdf beschrieben.
Arbeitsmedizinische Vorsorge richtet sich nach der BGI 504-15 (ZH1/600-15) "Chrom-VI-Verbindungen".   


Dialognummer: 3646
Stand: 04.08.2011

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