Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.1.8)
Stichworte: Wie hat eine `Belastungsanalyse` im Bereitschaftsdienst nach § 5 Arbeitsschutzgesetz auszusehen?

Frage:

Gemäß Tarifvertrag Öffentlicher Dienst können Bereitschaftsdienste der Stufe C/D auch über 13 h, bis zu 24 h durchgeführt werden, wenn auf betrieblicher Ebene eine Einigung mit dem Betriebsrat erzielt und eine Belastungsanalyse nach § 5 Arbeitsschutzgesetz erstellt wurde.
Meine Fragen: Wie hat so eine Belastungsanalyse auszusehen? Wer kann sie durchführen? Wo kann ich weiterführende Literatur /Informationen erhalten?

Antwort :

Gefährdungsbeurteilung-Speziell:

Eine Belastungsanalyse nach TVÖD soll die für den Bereitschaftsdienst typischen Belastungen betrachten, also vor allem die Belastungen, die durch die Länge der Arbeitszeit, die Lage und Länge des Bereitschaftsdienstes (Nachtarbeit? Schichtarbeit? Wochenende? Schichtlänge?), die Häufigkeit des Bereitschaftsdienstes usw. auftreten. Dazu gehört auch eine Stellungnahme, warum von den tariflich vereinbarten 13 bzw. 16 Stunden abgewichen werden muss. Die Belastungsanalyse ist somit ein Teil der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz).

Literatur speziell dazu ist bisher nicht bekannt. Allerdings liegen zu den oben angesprochenen Punkten (wie Nachtarbeit, lange Schichten ...) bereits seit längerem arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse vor, z.B. von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Deren Beachtung war bereits seit 1994 in §6 Abs.1 Arbeitszeitgesetz gefordert.

Durchführen kann sie jede Person (intern oder extern) mit entsprechenden Fachkenntnissen, die der Arbeitgeber beauftragt. Die Verantwortung nach Arbeitsschutzgesetz liegt beim Arbeitgeber. Bei der Anfertigung einer solchen Belastungsanalyse sollte auf jeden Fall der Betriebsarzt hinzugezogen werden. Zum Aufbau können die nachfolgenden Hinweise und Hilfestellungen zur Gefährdungbeurteilung herangezogen werden.

Die Regelungen der Tarifverträge öffentlicher Dienst finden sie hier. Oder auch unter www.tarifregister.nrw.de.

Gefährdungsbeurteilung-Allgemein:

Für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung - GBU empfehlen wir die Broschüre Tipp-Gefährdungbeurteilung am Arbeitsplatz der Arbeitsschutzverwaltung NRW mit den im Anhang enthaltenen Kopiervorlagen.

Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen und Selbsttests zu allen wesentlichen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wie z.B. Zeit- und Selbstmanagement, Stress, Hautschutz u.a. bietet auch das Internetportal für Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Die Sozialforschungsstelle Dortmund hat dieses Portal mit zahlreichen Projektpartnern, darunter den BGen, realisiert. "PragMaGuS" steht für Pragmatisches Management von Gesundheit und Sicherheit. http://www.pragmagus.de.

Branchenbezogene Muster erhalten sie häufig von den Berufsgenossenschaften (BG) bzw. Unfallversicherungen (GUV, LUK). Adressen finden sie hier: www.dguv.de .

Hilfreich kann auch die Broschüre 5 Bausteine für einen gut organisierten Betrieb der gewerblichen Berufsgenossenschaften sein.
 


Dialognummer: 3639

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.