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Stichworte: Welche Anforderungen werden an einen metallischen Lagerbehälter zum Bereitstellen von Testbenzin gestellt?

Frage:

Wir möchten entzündliche Flüssigkeiten, die zum Fortgang der Arbeiten benötigt werden, in der Arbeitsstätte bereitstellen.
Hierbei handelt es sich um ca. 5 Liter Testbenzin, FP > 30 °C).
Welche Anforderungen werden an den metallischen Lagerbehälter gestellt?
Können ggf. Metallbehälter für Verdünnungen aus Baumärkten eingesetzt werden (Kunststoffverschluss)?
Gibt es Anforderungen hinsichtlich Brandwiderstandsdauer der Behälter bzw. Regelungen bezüglich der Wandstärkendicke?

Antwort :

 


Das Bereitstellen entzündlicher Flüssigkeiten kann analog den Vorgaben nach dem Anhang J der TRbF 20 - Aktive Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in ortsbeweglichen Behältern - erfolgen. Formal sind die Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten nicht anzuwenden, da die entzündlichen Flüssigkeiten, wie in ihrer Frage beschrieben, in der für den Fortgang der Arbeit erforderlichen Menge (am Arbeitsplatz) bereitgehalten werden.


Als weitere Erkenntnisquelle kann die TRbF 60 herangezogen werden. Hier wird auch auf die wichtige Forderung der elektrostatischen Ableitfähigkeit hingewiesen. Hier sind insbesondere die Bedingungen der BGR 132 zu beachten.


In der TRbF 60 werden in Ziffer 2.2.4 die ortsbeweglichen Gefäße (Verpackungen) folgendermaßen definiert: "Ortsbewegliche Gefäße sind Transportbehälter wie Fässer, Kanister, Kombinationsverpackungen oder zusammengesetzte Verpackungen mit einem Rauminhalt von höchstens 450 Liter. Auf Kapitel 4.1 (Abs. 4.1.4.1) des ADR wird verwiesen." (vergl. auch Anhang 2 der TRbF 60). Hier erfolgt der Verweis vom Umgangsrecht auf das Transportrecht.


Unter der Voraussetzung, dass es sich bei dem Testbenzin um einen Stoff der Klassifikation "Un 1203" handelt, müssen 5 l fassende Gefäße eine Baumusterzulassung nach dem Abschnitt 4.1.4 ADR aufweisen. Die hierauf erlassenen Kriterien zu den Bau- und Prüfvorschriften für Verpackungen etc. ergeben sich aus dem Kapitel 6 des ADR.


Auf die Baumusterprüfung kann bei einer freigestellten, begrenzten Menge (LQ-Regelung) und bei bis zu 3 l je Innengefäß verzichtet werden. Diese Gebinde müssen gegenüber ihrem Inhalt "geeignet" sein. Gebinde sind geeignet, wenn sie Stöße und Belastungen aufnehmen können, den Inhalte sicher umschließen und keine gefährlichen Reaktionen mit dem Inhalt eingehen. Diese Grundforderungen gelten nur dann, wenn der Geltungsbereich zur Beförderung gefährlicher Güter erfüllt ist.


Alle weiteren Behältnisse (Verpackungen) für Gefahrstoffe sind u.a. nach der Gefahrstofverordnung i.V.m. der "Richtlinie 67/548/EWG für die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe" zu beurteilen und auszuwählen.


Bem.: Behältnisse mit kennzeichnungspflichtigen Stoffen (gefährliche Stoffe und Zubereitungen) müssen auch beim Umgang gekennzeichnet sein (§ 8 Abs. 4 und 6 Gefahrstoffverordnung).


Dialognummer: 3608
Stand: 04.08.2009

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