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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Welche Maßnahmen können gegen Dieselabgase ergriffen werden, die von Booten mit Auspuff über der Wasserlinie ausgehen?

Frage:

Meine Bordkollegen stöhnen immer wieder über Dieselabgase, wenn sie z. B. mit dem Schlauchboot operieren müssen. Zwangsläufig kommen sie dabei in die Nähe des eben über der Wasserlinie befindlichen Auspuffs. Mich interessiert dieses insbesondere, da ich als verantwortlicher Bootsführer eines Küstenstreifenbootes trotz frühzeitiger Meldungen meinerseits nahezu keine Reaktionen meiner vorgesetzten Dienststelle erfahren durfte. Sehr gerne würde ich mit weiteren fundmentalen Informationen den entsprechenden Nachdruck verleihen wollen.

Antwort :

Nach Ihrem Beispiel werden Mannschaften von Streifenbooten beim Aussetzen und Anbordholen von Tochterbooten (Schlauchbooten) den Dieselmotoremissionen ausgesetzt, weil sie sich dabei in der Nähe der Abgasöffnung der Hauptmaschine aufhalten müssen.

Dieselmotoremissionen sind als krebserzeugender Gefahrstoff der Kategorie 2 eingestuft. Durch die Bekanntmachung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) v. 23.12.2004, in Kraft ab 01.01.2005, haben sich keine Änderungen an dieser Einstufung von Dieselmotoremissionen (DME) ergeben  (Siehe auch KomNet-Dialog 1146 zur Einstufung von Dieselmotoremissionen).

Demnach hat der Arbeitgeber (auch der Dienstherr im öffentlichen Dienst) eine Gefährdungsbeurteilung nach § 7 GefStoffV vorzunehmen und bei festgestellter Gefährdung im Ergebnis sowohl Grundmaßnahmen nach § 9 als auch ergänzende Schutzmaßnahmen nach § 11 GefStoffV durchzuführen und die Beschäftigten in geeigneter Weise nach § 14 GefStoffV zu unterweisen.

Im Einzelfall wäre unter Beteiligung der Sicherheitsfachkraft zunächst zu prüfen, ob die DME-Exposition nicht durch andere Arbeitsverfahren vermieden oder nach dem Stand der Technik vermindert werden kann. Das Aussetzen eines Bootes allein in Notfällen oder außergewöhnlichen Fällen ist wegen der zu erwartenden geringen Häufigkeit und Verhältnismäßigkeit nicht zu betrachten.

Für routinemäßige Einsätze wäre zunächst zu prüfen, ob das Tochterboot an anderer Stelle entfernt von der Abgasöffnung ausgesetzt werden kann oder wie die Abgase an anderer Stelle abgeleitet werden können. Der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (Filtermasken der Schutzart mindestens FFP2) wäre für begrenzte Dauer allenfalls als Übergangslösung in Erwägung zu ziehen (§ 12 Abs.4 GefStoffV).

Während der Liegezeit von Streifenbooten an ihren Stammliegeplätzen können DME aus bordseitigen Stromerzeugern durch Stromversorgung von Land aus vermieden werden. Dieses Verfahren wird beispielsweise auch bei Schleppern und Fahrgastschiffen im Hamburger Hafen angewandt.

Die bisherige TRGS 554 "DME" kann auch weiterhin als Auslegungs- und Anwendungshilfe der neuen GefStoffV herangezogen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die bisherige TRGS 554 nicht im Widerspruch zu der GefStoffV stehen darf (siehe auch http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Rechtstexte/Gefahrstoffverordnung.html )

 


Dialognummer: 3567

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