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Stichworte: Entsteht bei Luftzutritt zu flüssigem Schwefel bei 140°C Schwefeldioxid?

Frage:

Die Transporttemperatur von flüssigem Schwefel beträgt 140°C.
Kann bei Luftzutritt zu dem flüssigen Schwefel bei 140°C das giftige Gas Schwefeldioxid entstehen?

Antwort :

Schwefel ist in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) nicht als gefährlicher Stoff aufgeführt, reagiert jedoch in fester Form bei Mischung mit vielen meist anorganischen Stoffen unter hoher Wärmeentwicklung, z.B. mit Brom, Eisen, Silbernitrat, rotem Phosphor, oder unter Explosion, z.B. mit Natriumchlorat, Kaliumperchlorat, Kaliumpermanganat. Zur Weiterverarbeitung, z.B. zur Herstellung von Schwefelsäure, wird Schwefel meist in flüssiger Form transportiert bei Temperaturen oberhalb seines Schmelzpunktes von 114 bis 119° Celsius, z.B. bei 140° C. Flüssiger Schwefel besitzt einen Flammpunkt von 168 bis 207° C, entzündet sich selbst bei 235 bis 260° C in Gegenwart von Luftsauerstoff und verbrennt dabei zum giftigen Schwefeldioxid. Schwefel in reiner Form reagiert bei 140° C praktisch nicht zu Schwefeldioxid. In Gegenwart von Verunreinigungen können jedoch Flammpunkt und Selbstentzündungstemperatur soweit abgesenkt werden, dass bereits bei 140° C nennenswerte Mengen von Schwefeldioxid entstehen. Aus Sicherheitsgründen sollten daher größere Mengen von flüssigem Schwefel nur in geschlossenen Systemen gehandhabt werden. Im Gefahrguttransportrecht Strasse und Eisenbahn (GGVS und GGVE) ist Schwefel als "... entzündbarer fester Stoff ..." zu kennzeichnen, " ... der sich bei erhöhter Temperatur im geschmolzenen Zustand befindet ..." (Ziffer 44). Zum Transport zugelassen sind daher nur geschlossene, entsprechend gekennzeichnete Transportsysteme (Tankfahrzeug, Tankcontainer, Aufsetztank), die den Zutritt von Luftsauerstoff und den Austritt von Schwefeldioxid verhindern bzw. einschränken. (Stand: 13.06.2001)

Dialognummer: 355

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