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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Grenzwerte
Stichworte: Ist es richtig, dass die MAK-Werte 1 : 1 in Arbeitesplatzgrenzwerte (AGW) überführt wurden?

Frage:

In der Presse findet man häufig Informationen, dass die MAK-Werte nun als Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) angesehen werden.

Frage: ist es richtig, dass die MAK-Werte 1 : 1 in die AGW, im Sinne der neuen Gefahrstoffverordnung, überführt wurden und als solche jetzt und in Zukunft verwendet werden dürfen?

Antwort :


Die neue Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist am 1. Januar 2005 in Kraft getreten.

Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Wirksamkeit der durchgeführten Schutzmaßnahmen sind gesundheitlich basierte Grenzwerte, d.h. Konzentrationen von gefährlichen Stoffen, bei denen „(...) akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten (...)“ sind.

Begriffsbestimmung für Arbeitsplatzgrenzwert [AGW] – Stoffkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz) bzw. „(...) bei dem im Allgemeinen die Gesundheit eines Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird (...)“ (§ 3 Abs. 6 GefStoffV).

Begriffsbestimmung für Biologischer Grenzwert [BGW] – Konzentration eines Stoffes, seines Metaboliten oder eines Beanspruchungsparameter im Körper des Beschäftigten (§ 3 Abs. 7 GefStoffV).

Den Ansprüchen der neuen GefStoffV an gesundheitsbasierte Grenzwerte genügen lediglich die in der alten GefStoffV definierten Maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) und die Biologischen Arbeitsplatztoleranzwerte (BAT) mit ebenfalls gesundheitlich basierten Kriterien (§ 3 Abs. 5/6 alte GefStoffV). Die bisherigen MAK- und BAT-Werte sind daher 1:1 in AGW und BGW zu überführen und anzuwenden.

Die Technischen Richtkonzentrationen (TRK) für Stoffe dagegen, für die keine gesundheitlich basierten Grenzwerte aufgestellt werden konnten, im Allgemeinen also für krebserzeugende Stoffe der Kategorien 1 und 2 (K1, K2), sind dagegen Stoffkonzentrationen, „(...) die nach dem Stand der Technik erreicht werden (...)“ können. Das bedeutet, dass auch bei deren Einhaltung immer noch gesundheitliche Gefährdungen der Beschäftigten bestehen können und diese Richtwerte daher nicht zur Beurteilung der Wirksamkeit von Arbeitsschutzmaßnahmen herangezogen werden können. Hier ist der Schutz der Beschäftigten entweder durch Einsatz von Verfahren mit anerkannten verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien (VSK) oder durch Einsatz von Verfahren in geschlossenen Apparaturen sicher zu stellen.

Sofern keine AGW vorhanden sind greift § 9 Abs. 8 GefStoffV: "Sofern Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchgeführt werden, für die kein Arbeitsplatzgrenzwert vorliegt, kann der Arbeitgeber die Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen durch geeignete Beurteilungsmethoden nachweisen. Liegen geeignete Beurteilungsmethoden nicht vor, ist eine Messung erforderlich." Diese Messungen müssen/können wiederum nur an den alten MAK-Werten verglichen werden.

Nach Bekanntmachung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit - BMWA vom 31.12.2004 können die bisherigen technischen Regeln „(...) auch künftig als Auslegungs- und Anwendungshilfe für die neue Verordnung herangezogen werden (...) wobei „(...) jedoch zu beachten (ist), dass die noch nicht überarbeiteten Technischen Regeln nicht im Widerspruch zu der neuen Verordnung stehen dürfen (...)“. Im Sinne dieser Bekanntmachung sind daher die in der bestehenden TRGS 900 aufgeführten MAK-Werte und die in der TRGS 903 aufgeführten BAT-Werte weiterhin als Beurteilungskriterien für die Wirksamkeit der Arbeitsschutzmaßnahmen heranzuziehen. Technische Regeln für Gefahrstoffe erhalten sie unter: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Rechtstexte/Rechtstexte.html .

E
in Bericht des berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitsschutz - BGiA beschreibt die Zusammenhänge zwischen MAK/TRK und AGW: http://www.dguv.de/ifa/de/pub/rep/pdf/rep05/arbeitsschutzloesungen/arbeitsschutzloesungen_ReportGesamt.pdf.
 


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