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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Arbeitszeit- und Ruhepausenregelung
Stichworte: Darf ich als Schwangere mit meinem Einverständnis im Schichtdienst oder Nachtdienst arbeiten?

Frage:

Ich arbeite in der Jugendarbeit im Schichtdienst. Wie sind bei einer Schwangerschaft da die Arbeitszeiten. Darf ich mit meinem Einverständnis im Nachtdienst weiter arbeiten ?


Antwort :

Grundsätzlich dürfen Sie in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Jugendarbeit beschäftigt werden. Werden die Jugendlichen in Ihrer Einrichtung beherbergt, z.B. Kinderheime, dann dürfen Sie in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft auch in der Zeit von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr beschäftigt werden. Die Beschäftigungsverbote nach § 8 Abs. 1 Mutterschutzgesetz - MuSchG- sind wie die anderen Beschäftigungsverbote des MuSchG zwingend. Die werdende Mutter kann auf deren Einhaltung nicht verzichten; entgegenstehende Vereinbarungen sind nach § 134 BGB nichtig; entgegenstehendes Verlangen der werdenden Mutter ist ohne Bedeutung und kann den Arbeitgeber von einer Verfolgung nach § 21 Abs. 1 Nr. 3 MuSchG nicht befreien. Das heißt, auch wenn Sie mit einer Beschäftigung außerhalb der zulässigen Arbeitszeiten einverstanden sind, darf Sie ihr Arbeitgeber nicht beschäftigen. Frauen unter 18 Jahren dürfen 8 Stunden täglich oder 80 Stunden in der Doppelwoche arbeiten. Frauen über 18 Jahre dürfen 8,5 Std. täglich oder 90 Stunden in der Doppelwoche arbeiten.


In der Ausnahmeregelung im § 8 Abs. 3 ff sind Einrichtungen der Jugendhilfe namentlich nicht genannt. Gleichwohl nennt die Kommentierung zum § 8 unter den Begriff Gast und Schankwirtschaften nicht nur Hotels, Gasthöfe usw. sondern auch alle Heime (z.B. Kinder- Lehrlings- und Erholungsheime), Internate, Jugendherbergen, unabhängig davon, ob sie jedermann oder nur bestimmten Personenkreisen offenstehen und unabhängig davon, ob sie gewerbsmäßig oder gemeinnützig betrieben werden. Fallen die Einrichtungen unter dieser Kategorie, zählen sie zum Beherbergungswesen. 

Andere Einrichtungen der Jugendarbeit, wie z.B. Jugendheime ohne Übernachtungsmöglichkeiten, die von Jugendliche bsp. nach der Schule aufgesucht werden, zählen nicht zu den Einrichtungen, in denen werdende Mütter  per Gesetz in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft bis 22.00 Uhr beschäftigt werden dürfen. Im Einzelfall bedarf es einer Ausnahmegenehmigung nach § 8 Abs. 6.

Stand: Januar 2008


Dialognummer: 3044

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