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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Welche Regelungen sind beim Waschen von Patientenwäsche und Mitarbeiterbekleidung einer Dialysestation zu beachten?

Frage:

In einer von mir betreuten Dialyse werden Patientenwäsche (Bezüge, Auflagen) und Schutzbekleidung der Mitarbeiter gewaschen.
- Welche Regeln (TGR, BG, usw.) sind hier zu beachten?
- gemeinsame Reinigung (Patient-Mitarbeiter)?
- Temperatur?
- Dauer?


Antwort :

Neben dem Infektionsschutzgesetz - IfSG und den einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften, wie Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung und Gefahrstoffverordnung sind bei der Reinigung von Wäsche - insbesondere kontaminierter Patientenwäsche oder Mitarbeiterbekleidung - im Krankenhausbereich, die Biostoffverordnung - BioStoffV (Verordnung zur Umsetzung von EG-Richtlinien über den Schutz der Beschäftigten gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit), der Anhang zur BioStoffV sowie das Technische Regelwerk für biologische Arbeitsstoffe zu beachten.

Speziell auf Dialysestationen ist mit dem Auftreten von Krankheitserregen, wie zum Beispiel Hepatitis-B-Viren (biologischer Arbeitsstoff der Risikogruppe 3**), zu rechnen. Personen, die mit Dialysepatienten oder deren kontaminierter Wäsche in Kontakt treten, können den Krankheitserregern, die z. B. in Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen vorkommen, ausgesetzt sein.

In diesem Fall handelt es sich um eine nicht gezielte Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen.
Nach § 5 der BioStoffV hat der Arbeitgeber zunächst eine Gefährdungsbeurteilung (S. a. TRBA 400 „ Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“) zu erstellen, in deren Rahmen die Infektionsgefährdung zu beurteilen ist und entsprechende Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen zu ermitteln und festzulegen sind.

Die Sicherheitsmaßnahmen sind im vorliegenden Fall dem Anhang III der BioStoffV zu entnehmen.
Unter Zugrundelegung der Gefährdungsbeurteilung und der damit verbundenen Einstufung in eine Schutzstufe, ist eine Betriebesanweisung zu erstellen, anhand derer die Beschäftigten unterwiesen werden müssen. Die Unterweisung muss dokumentiert und durch die Unterwiesenen mittels Unterschrift bestätigt werden.
An dieser Stelle sei auch auf die Anzeige- und Aufzeichnungspflichten nach der BioStoffV hingewiesen.
Daneben ist ein Hygieneplan zu erstellen, dem die erforderlichen Reinigungs-, Desinfektions-, Sterilisations- sowie die Ver- und Entsorgungsmaßnahmen zu entnehmen sind.
Ergibt die Gefährdungsbeurteilung eine Exposition der Beschäftigten gegenüber bestimmten Krankheitserregern, wie z. B dem Hepatitis-B-Virus, so hat der Arbeitgeber arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen und Impfungen anzubieten.
Weitergehende Regelungen sind in der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ aufgeführt.
Sie führt ausdrücklich die „Behandlung infektionsverdächtigen bzw. infektiösen Materials in Wäschereien (unreine Seite)“ als mögliche Kontaktquelle mit biologischen Arbeitsstoffen auf.

Unter Punkt 7.2 „Umgang mit benutzter Wäsche“ wird Näheres zur sicheren Handhabung der Wäsche aus Bereichen, die der Schutzstufe 3 unterliegen, gesagt. U. a. wird auf das Einsammeln der Wäsche, den Transport von Wäschesäcken sowie das Befüllen der Waschmaschinen eingegangen.
Schutzmaßnahmen könnten hier z. B. sein:
- Kein Sortieren der Wäsche
- Sammlung der Wäsche in speziellen Behältern oder Säcken
- Geschlossener Transport
- Einrichtung von Schwarz-Weiß-Bereichen
- Händedesinfektion
- etc.

Einen sicheren Schutz vor Krankheitserregern bietet das Autoklavieren oder die chemische Inaktivierung. Welche Maßnahme die Geeignete ist, muss in der Gefährdungsbeurteilung abgewogen werden. Näheres zur chemischen Inaktivierung finden Sie auf der Desinfektionsmittelliste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und in der Liste der vom Robert-Koch-Institut anerkannten und geprüften Desinfektionsmittel und –verfahren.
Weitere Informationen kann Ihnen die für Sie zuständige Arbeitsschutzbehörde geben. Außerdem finden sie nützliche Hilfestellungen auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).


Dialognummer: 2922
Stand: 15.10.2007

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