Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Abgrenzung von Arbeitsbereichen beim Umgang mit "alter" Mineralwolle nach TRGS 521

Frage:

Für Instandhaltungsarbeiten, bei denen ein Umgang mit "alter" Mineralwolle gegeben ist, gilt die Schutzstufe 2 der TRGS 521. Wieso müssen diese Arbeitsbereiche abgegrenzt werden, wenn der Arbeiter nicht mal verpflichtet ist, persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Gibt es hierfür eine Erklärung?

Antwort :

Wir gehen aufgrund der Schilderungen in der Anfrage davon aus, dass eine alte Version der TRGS 521 vorliegt [Zur aktuellen Version der TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle"; auf den E-Mail-Service: Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) weisen wir hin]. Die Schutzmaßnahmen für die verschiedenen Expositionskategorien in der TRGS 521 sind grundsätzlich nicht identisch mit den Schutzmaßnahmen des gestuften Maßnahmenkonzeptes in Abschnitt 4 "Schutzmaßnahmen" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Unter "alten" Mineralwolldämmstoffen werden nach Nummer 2.3 "Alte Mineralwollen" der TRGS 521 folgende Mineralwollen erfasst:

"(1) Im Sinne dieser TRGS sind alte Mineralwollen biopersistente künstliche Mineralfasern nach Anhang IV Nr. 22 der Gefahrstoffverordnung. Nach der
TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährden-dere Stoffe“ sind die aus alter Mineralwolle freigesetzten Faserstäube als krebserzeugend zu bewerten.
(2) Für alte Mineralwollen gilt seit Juni 2000 das Herstellungs- und Verwendungsverbot nach Anhang IV Nr. 22 Gefahrstoffverordnung. Bei Mineralwolle die vor 1996 eingebaute wurde, ist davon auszugehen, dass es sich um alte Mineralwolle im Sinne dieser TRGS handelt.
"

Die Zuordnung der Arbeitsschutzmaßnahmen zu den Expositionskategorien nach TRGS 521 erfolgt in deren Tabelle 2 auf Seite 12. Bei Expositionskategorie 2 sind wie in der Anfrage beschrieben zum einen Arbeitsbereiche abzugrenzen und zu kennzeichnen sowie Atemschutz und Schutzbrille bei Überkopfarbeiten sowie Schutzanzüge auf Wunsch der Beschäftigten zur Verfügung zu stellen (Pflicht ab Expositionskategorie 3). Zum anderen sind überwiegend technische Maßnahmen zur Faserstaubminimierung, Staubarme Bearbeitung, Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren, etc. vorgeschrieben; es sollte also bei einer wirksamen Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen davon ausgegangen werden können, dass die Faserkonzentration hierdurch bereits hinreichend gesenkt wurde [(S)TOP-Prinzip].


Dialognummer: 2903
Stand: 27.02.2013

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.