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Nutzerpfad: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen
Stichworte: Fragen zur Lagerung von radioaktiven Quellen in einer Schule

Frage:

Unsere Schule besitzt zu Unterrichtszwecken:

1. Ra226 3 Mikrogramm = 1,11 *10^5 Bq = 11*Freigrenze(Freigrenze =1*10^4Bq) Bauartzulassung Nr. Nds 10 vom 13.Mai 1965 Phywenummer 09042.01 vom 22.1.1965 Lieferschein 11730357 vom 22.7.1967
2. Ra 226 1,3 Mikrogramm =4,81*10^4 Bq= 4*Freigrenze(Freigrenze =1*10^4Bq) Bauartzulassung BW/8/65/II vom 29.10.1965 Strahlerstift für Nebelkammer NEVA 7105 Phywenummer 09044.20 Lieferschein 11730357 vom 30.6.1967
3. Prüfstrahler Caesium 137 9Mikrocurie = 3,33*10^5 Bq= 33*Freigrenze (Freigrenze =10^4Bq) Graetz 3879-1969 NW 9- 66 vom 1.12.1969
Frage:
Die Quellen lagern in einem Stahlblechfach im Sammlungsraum, der über Türen mit Türklingen von den Unterrichtsräumen aus begehbar ist und auch als Fluchtweg für Schüler benutzt werden soll.
Ist die Lagerung vorschriftsmäßig (beachte Überschreitung der Freigrenzen!)?
Es besteht die Möglichkeit, den Stahlblechschrank in einem vom Sammlungsraum 3m entfernten fensterlosen, 6qm großen Nebenraum an der Wand zu befestigen.
Ist eine solche Lagerung anzuraten, wenn die Reinigungskräfte keinen Zugang haben, muss der Raum mit einem Zeichen für ionisierende Strahlung gekennzeichnet werden?

Antwort :

Die Lagerung von bauartzugelassenen Schulpräparaten hat so zu erfolgen, dass
a) der Diebstahlschutz und
b) der Strahlenschutz
gewährleistet ist.

Bezüglich des Diebstahlschutzes ist ein mit Sicherheitsschloss versehener Stahlblechschrank ausreichend. Der Schrank selbst muss jedoch gegen Entwenden gesichert sein, z.B. durch geeignete Wandbefestigung oder Verschraubung innerhalb eines Schrankes.

Was den Strahlenschutz betrifft, so bietet ein Stahlblechschrank keinen besonderen Schutz. Aufgrund der geänderten Dosisgrenzwerte der Strahlenschutzverordnung muss der Strahlenschutz so ausgelegt sein, dass die Dosis für Personen (z.B. Schüler) pro Jahr nicht mehr als 1 mSv betragen kann. Es wird unterstellt, dass sich eine Person 2000 Stunden pro Jahr unmittelbar an dem Stahlblechschrank aufhält. Das bedeutet, dass die Abschirmung der Stahlblechschrankes so dimensioniert sein muss, dass in einem Abstand von 0,1 Meter von der Oberfläche der Abschirmung die Dosisleistung nicht mehr als 0,5 µSv/h betragen darf (2000 h/a * 0,5 µSv/h = 1 mSv/a). Dieser Wert kann entweder durch eine Abschirmung aus z.B. Blei oder durch ausreichenden Abstand erreicht werden. Bei dem Ra-226-Nebelkammerpräparat mit 110000 Bq ist ein Abstand von ca. 20 cm ausreichend.

Wenn die o.g. Bedingungen erfüllt sind, ist die Lagerung radioaktiver Stoffe im Sammlungsraum grundsätzlich zulässig. Es ist jedoch anzuraten, den Stahlblechschrank in dem beschriebenen fensterlosen Raum zu montieren und dort die radioaktiven Präparate zu lagern. In diesen Fall wird ein besserer Diebstahlschutz erreicht. Auch kann eine höhere Dosisleistung an der Außenseite des Stahlblechschrankes als 0,5 µSv/h zugelassen werden, da kürzere Aufenthaltszeiten berücksichtigt werden können.

Der Raum muss nicht mit dem Strahlenzeichen gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung des Stahlblechschrankes mit dem Strahlenzeichen und dem Wort “RADIOAKTIV” ist ausreichend.

Hinweis:
Der Cäsium-137-Strahler (Bauartzulassung NW 9/66) ist ein Kalibrierstrahler für Dosisleistungsmessgeräte. Er ist nicht für die Verwendung im Schulunterricht zugelassen.


 


Dialognummer: 2714
Stand: 11.04.2013

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