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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Umgang mir Zytostatika und krebserzeugenden Verbindungen in Forschungslabor - Anwendung der TRGS 525?

Frage:

In unserem Betrieb, einem biotechnologischen Forschungslabor, werden in sog. Zellkultur-Experimenten auch Zytostatika und andere krebserzeugende Verbindungen eingesetzt. Gilt auch für ein Forschungslabor für den Umgang mit Gefahrstoffen die TRGS 525 - Umgang mit Gefahrstoffen in Einrichtungen der humanmedizinischen Versorgung? Das heißt, müssen auch bei uns die strengen, für Apotheker gültigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden, oder reichen beim Umgang mit Gefahrstoffen sowohl in fester als auch flüssiger Form allgemeine Laboreinrichtungen (wie z.B. Abzüge) aus? Welche möglichen Gefährdungen sind beim Einsatz solcher Verbindungen in sterilen Werkbänken zu beachten?

Antwort :

).

Die Änderungen sind kursiv.

 

 

Antwort:

 

Zu Belangen der Biostoffverordnung wird keine Aussage gemacht.

 

 

Im Anwendungsbereich der TRGS 525 wird festgelegt und erläutert, welche Maßnahmen in Einrichtungen zur humanmedizinischen Versorgung zum Schutz der Beschäftigten nach dem Stand der Technik zu treffen sind, wenn in diesen Bereichen mit Gefahrstoffen umgegangen wird.

 

 

Die TRGS 526 „Laboratorien“ findet Anwendung auf Laboratorien, in denen nach chemischen, physikalischen oder physikalisch-chemischen Methoden präparativ, analytisch oder anwendungstechnisch gearbeitet wird.

 

 

Für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen gilt die TRBA 100 „Schutzmaßnahmen für gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien“.

 

 

Eine analoge Anwendung der TRGS 526 ist in diesem Fall vorstellbar.

Hinweis:

 


BAuA / Praxis / Gefahrstoffe /
Bekanntmachung des BMWA vom 31. Dezember 2004 - IIIb3-35122 zur Anwendung der TRGS vor dem Hintergrund der neuen Gefahrstoffverordnung

Die neue Gefahrstoffverordnung ist am 1.1.2005 in Kraft getreten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Verordnung keine Übergangsbestimmungen für das technische Regelwerk (TRGS) enthält, da diesem nach § 8 Abs. 1 der Verordnung zukünftig eine andere rechtliche Bedeutung zukommt. Der neu zu berufende Ausschuss für Gefahrstoffe hat die Aufgabe festzustellen, welche der bisherigen TRGS - ggf. nach redaktioneller Anpassung - auch nach der neuen Verordnung weitergelten können und welche einer inhaltlichen Überarbeitung bedürfen. Die bisherigen technischen Regeln können jedoch auch künftig als Auslegungs- und Anwendungshilfe für die neue Verordnung herangezogen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die noch nicht überarbeiteten Technischen Regeln nicht im Widerspruch zu der neuen Verordnung stehen dürfen. Dies ist beispielsweise bei den bisherigen Festlegungen zur Auslöseschwelle oder zu den TRK-Werten gegeben. In solchen Fällen sind die entsprechenden Festlegungen im technischen Regelwerk als gegenstandslos zu betrachten.

 

updated 03.01.05

BAuA Homepage


Insbesondere sind in biotechnologischen Forschungslaboren die folgenden Vorschriften einzuhalten und technischen Regeln (TRBA: Technische Regeln
für Biologische Arbeitsstoffe) zu beachten:

- Gesetz zur Regelung der Gentechnik (Gentechnikgesetz – GenTG) vom 16. Dezember 1993 (BGBl. I S. 2066), geändert durch Art. 5 des Gesetzes vom 24. Juni 1994 (BGBl. I S. 1416) und Art. 4 der Verordnung vom 21. September 1997 (BGBl. I S. 2390),

- Verordnung über die Sicherheitsstufen und Sicherheitsmaßnahmen bei gentechnischen Arbeiten in gentechnischen Anlagen (Gentechnik-Sicherheitsverordnung -GenTSV) vom 14. März 1995 (BGBl. I S. 297),

- Verordnung über Antrags- und Anmeldeunterlagen und über Genehmigungs- und Anmeldeverfahren nach dem Gentechnikgesetz (Gentechnik-Verfahrensverordnung - GenTVfV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. November 1996 (BGBl. I S. 1657), geändert durch die Verordnung vom 10. Dezember 1997 (BGBl. I S. 2884),

- Verordnung über Anhörungsverfahren nach dem Gentechnikgesetz (Ge ntechnik-Anhörungsverordnung - GenTAnhV) vom 4. November 1996 (BGBl.I S. 1649),

- Verordnung über Aufzeichnungen bei gentechnischen Arbeiten zu Forschungszwecken oder zu gewerblichen Zwecken und bei Freisetzungen (Gentechnik-Aufzeichnungsverordnung - GenTAufzV) vom 4. November 1996 (BGBl. I S. 1644)

- Verordnung über die Beteiligung des Rates, der Kommission und der Behörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der anderen Vertragstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum im Verfahren zur Genehmigung von Freisetzungen und Inverkehrbringen sowie im Verfahren bei nachträglichen Maßnahmen nach dem Gentechnikgesetz (Gentechnik-Beteiligungsverordnung - GenTBetV) vom 17. Mai 1995 (BGBl. S. 734),

- Verordnung über die Erstellung von außerbetrieblichen Notfallplänen und über Informations -, Melde- und Unterrichtungspflichten (Gentechnik- Notfallverordnung (GenTNotfV) vom 10. Dezember 1997 (BGBl. I S. 2882) 

- TRBA 310 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Anhang VIGentechnik- Sicherheitsverordnung (Bek. des BMA vom 29. April 1997 – (BArbBl. 7-8/1997 S. 87, 3/1998 S. 69) und 1. November 1998 (BArbBl.
12/1998 S. 36) und die

- Richtlinie des Rates vom 26. November 1990 (ABl. EG Nr. L 374/1) über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (Siebte Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG)(90/679/EWG),

- Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BioStoffV) vom 27. Januar 1999 (BGBl. I S. 50), geändert durch die Verordnung vom 18. Oktober 1999 (BGBl. I S. 2059),

- TRBA 100 - Schutzmaßnahmen für gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien Ausgabe: September 1999, (BArbBl. Heft
9/1999 S. 101-103),

- TRBA 105 – Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3, Ausgabe März 1998 (BArbBl. Nr. 4/1998), ?? TRBA 120 – Versuchstierhaltung, Ausgabe Oktober 1997, BArbBl. 10/1997 S. 71,

- TRBA 405 – Anwendung von Meßverfahren für luftgetragene Biologische Arbeitsstoffe, Ausgabe Juni 1996, BArbBl. I/1997 S. 47,

- TRBA 430 – Verfahren zur Bestimmung der Schimmelpilzkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz, Ausgabe Oktober 1997, Bek. des BMA BArbBl. Heft 1/1997 S. 50 und Heft 10/1997 S. 74,

- TRBA 460 – Einstufung von Pilzen in Risikogruppen, Ausgabe: August 1998, Bek. des BMA v. 1.11.1998 (BArbBl. 12/1998 S. 39)

- TRBA 462 – Einstufung von Viren in Risikogruppen, Ausgabe: August 1998, Bek. des BMA 12/1998 S. 41 v. 1.11.1998,

- TRBA 500 – Allgemeine Hygienemaßna hmen: Mindestanforderungen, Ausgabe Juni 1999, BArbBl. Heft 6/1999 S. 81-82

sowie die

- Unfallverhütungsvorschrift Biotechnologie (BGV C4, früher: VBG 102)

Darüber hinaus gibt das Merkblatt M 620 „Sichere Handhabung von Zytostatika“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wertvolle Hinweise für Laboratorien, welche Umgang mit Zytostatika haben.

Das Merkblatt M 620 (Stand 10/98) zu beziehen bei der: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) Postfach 760224
22052 Hamburg Tel: 040/20207-0 Fax: 040/20207524

Oder BGW Köln, Bonner Str. 337, 50968 Köln, Tel. 0221/3772-0, Fax:
0221/3772 525
siehe auch: http://www.bgw-online.de

(Stand: 09.10.2000)

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