Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Allgemeine Informationen
Stichworte: Entstehen beim Sägen/Fräsen von Styroporblöcken gefährliche Stoffe?

Frage:

Entstehen bei der maschinellen Bearbeitung von Styroporblöcken (Sägen, Fräsen u.ä. im Formenbau) Styrol oder andere giftige Substanzen, auf welche im Rahmen der Gefahrstoffverordnung zu achten ist, oder ist eine derartige Tätigkeit unbedenklich ?

Formenteile werden mittels CAD entwickelt und dann in Modelle umgesetzt. Bearbeitet werden Styroporblöcke mit einem Volumen von teilweise mehreren Kubikmetern.

Antwort :

Grundsätzlich können bei der mechanischen Bearbeitung von Styropor Gefahrstoffe entstehen, zumindest Staub, aber auch Zersetzungsprodukte des Styropors, wenn die Bearbeitungstemperatur genügend groß ist (Reibung). Darüber hinaus kann Styropor mit unterschiedlichen Gasen geschäumt worden sein (Pentan, teilfluorierte Kohlenwasserstoffe usw.) Diese können freigesetzt werden oder sich ggf. zersetzen.

Styropor selber ist eine nicht kennzeichnungspflichtige Zubereitung. Ein Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung liegt aber auch dann vor, wenn bei der Verwendung (z.B mechanische Bearbeitung) der Zubereitung andere Stoffe entstehen oder freigesetzt werden können, die eins der Gefährlichkeitsmerkmale nach §3a Chemikaliengesetz haben (§3 Abs.1 GefStoffV i.V.m. §19 Abs.2 Zif. 3 ChemG). Durch die Art der Verwendung könnte Styropor also durchaus zu einem Gefahrstoff werden, auf den die Umgangsvorschriften des 5. Abschnitts der Gefahrstoffverordnung anzuwenden sind (z.B. Einhausung und/oder Absaugung der Bearbeitungsmaschinen).

Da Styropor nicht kennzeichnungspflichtig ist, braucht der Inverkehrbringer kein Sicherheitsdatenblatt mitzuliefern. Trotzdem muss der Inverkehrbringer gemäß §16 Abs.3 GefStoffV dem Arbeitgeber auf Verlangen die gefährlichen Inhaltsstoffe der Gefahrstoffe sowie die von ihnen ausgehenden Gefahren und die zu ergreifenden Maßnahmen mitteilen. Der Arbeitgeber kann vom Inverkehrbringer Angaben zum Arbeitsschutz verlangen, die den entsprechenden Angaben auf einem Sicherheitsdatenblatt gleichwertig sind, auch wenn ein Sicherheitsdatenblatt eigentlich nicht geliefert werden muss. Von daher empfiehlt es sich, dass der Arbeitgeber vom Inverkehrbringer diese Informationen anfordert, die dann in seine Gefährdungsanalyse einfliessen.


Stand: 23.06.2004

Dialognummer: 2675

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.