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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube
Stichworte: Was ist beim Fräsen und Bohren von Blei sowie beim Umgang und Entsorgen von Bleistaub zu beachten?

Frage:

Ich bin im medizinischen Bereich (Strahlentherapie) tätig und zur Eingrenzung und Ausblockung der Strahlenfelder werden u.a. auch Absorber aus einer Bleilegierung gegossen und anschliessend auf eine Trägerplatte geschraubt. Der Gießvorgang findet unter einem Abzug statt.Während des Bohrens der Schraublöcher wird -so gut es geht- der Bohrstaub mit einem Industriestaubsauger abgesaugt. Mittlerweile ist der Auffangbehälter dieses Saugers voll und muß entleert werden.
Der zuständige Entsorger im Haus sagte, es gelten dafür keine besonderen Vorschriften und wir könnten den Bleistaub einfach aus dem Behälter in eine Platiktüte überfüllen, den Behälter ausfegen und das Blei anschliessend entsorgen.
Das kann aber doch wohl nicht sein, oder? Ist Blei nicht sogar hochgiftig? Und wie ist es mit dem Prozeß des Umfüllens? Dabei wird doch der Staub erst recht freigesetzt? Gibt es einschlägige Vorschriften, die sowohl die Entsorgung als auch den Umgang (also das Umfüllen) hinsichtlich des Arbeitsschutzes regeln?
Und welche Vorschriften gelten beim Bearbeiten der Bleiblöcke (Bohren, evt. Fräsen oder Feilen)? Muß evt. der Arbeitsplatz auf Bleibelastungen gemessen werden? Reicht als Schutz vor den Bleidämpfen ein herkömmlicher Abzugschrank aus?

Es steht auch die Entsorgung von Rückständen aus der Bleischmelze an. Dabei handelt es sich um ein stark verunreinigte Bleilegierung. Gelten hier andere Bestimmungen zur Entsorgung im Vergleich zum Bleistaub? (Unser Entsorger meinte, wir könnten es einfach zum üblichen Metallschrott geben.


Antwort :

Für den Umgang mit bleihaltigen Gefahrstoffen (das sind Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse mit einem Bleigehalt von mindestens 5 Gewichtsprozent) gilt die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 505. Die Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) für Blei und seine Verbindungen (berechnet als Pb) beträgt 0,1 mg/m3 Luft gemessen als Gesamtstaub. Neben der Einhaltung des Schichtmittelwertes dürfen Expositionsspitzen als Mittelwert über eine Dauer bis zu 30 Minuten je Schicht den Wert 1 mg/qm nicht überschreiten. Ist das Auftreten von Blei in der Luft am Arbeitsplatz nicht sicher auszuschließen, hat der Arbeitgeber zu ermitteln, ob die Maximale Arbeitsplatzkonzentration oder der Biologische Arbeitsplatztoleranzwert unterschritten sind. Die Ergebnisse der Ermittlungen und Messungen sind aufzuzeichnen und mindestens dreißig Jahre aufzubewahren. Wird die Maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) überschritten, entscheidet der Arzt oder die zuständige Behörde, ob eine sofortige Bestimmung der biologischen Parameter der betroffenen Arbeitnehmer erforderlich ist.  Reinigungsarbeiten müssen grundsätzlich staubfrei oder zumindest staubarm erfolgen, z.B. durch Feucht- oder Nassreinigung. Ein einfaches Umfüllen oder trockenes Ausfegen von Bleistaub ist danach nicht zulässig. Staubsauger und Kehrmaschinen müssen die vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit aufgestellten Forderungen der Kategorie G erfüllen. Weitere Informationen enthält die berufsgenossenschaftliche Information BGI 843 "Gefahren beim Umgang mit Blei und seinen anorganischen Verbindungen" (http://publikationen.dguv.de ). Die TRGS 505 finden Sie im Internet z.B. unter http://www.baua.de/nn_16694/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/pdf/TRGS-505.pdf .
 


Dialognummer: 2647
Stand: 17.08.2009

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