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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Rauche und Motoremissionen
Stichworte: Regelungen für Druckerei bezogen auf Gefährdung (Brandschutz), die von Rauchen am Arbeitsplatz ausgeht? Welche Gefahrstoffe können sich in Verbindung mit Rauchen als sicherheitsgefährdend erweisen?

Frage:

Welche Richtlinien gelten in einer Druckerei bezogen auf die Gefährdung (Brandschutz), welche von Rauchen am Arbeitsplatz ausgeht? Welche Gefahrstoffe könnten sich in Verbindung mit Rauchen als sicherheitsgefährdend erweisen?

Antwort :

Im Rahmen der nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) durchzuführenden Gefährdungsbeurteilung sind die erforderlichen Maßnahmen festzulegen, um Gefährdungen für den Arbeitnehmer zu beseitigen oder zu minimieren. Beim Umgang mit gefährlichen Stoffen, z.B. mit leichtentzündlichen Stoffen, wie es in Druckereien häufig üblich ist, besteht prinzipielles Rauchverbot gemäß § 43 Abs. 3 und § 44 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift „Allgemeine Vorschriften“ BGV A 1 (bisherige UVV VBG 1).

Tabakrauch enthält eine Vielzahl krebserzeugender Stoffe, die zum Teil auch als krebserzeugende Arbeitsstoffe bekannt sind. Deren krebserzeugende Wirksamkeit läßt sich, ebenso wie die von Tabakrauch, in geeigneten Tierversuchen eindeutig nachweisen. Im Nebenstromrauch, der beim Passivrauchen anteilmäßig stärker als beim Aktivrauch beteiligt ist, sind krebserzeugende Prinzipien zum Teil stärker vertreten als im Hauptstromrauch. Mit einer gewissen Krebsgefährdung durch Passivrauchen ist daher auch an bestimmten Arbeitsplätzen zu rechnen. Über das Ausmaß der Gefährdung ist derzeit keine verläßliche Aussage möglich. Eine additive, eventuell auch potenzierende Wirkung der beim Passivrauchen aufgenommenen Stoffe mit bekannten krebserzeugenden Arbeitsstoffen ist in Betracht zu ziehen. Da sowohl durch das Rauchen als auch durch das Passivrauchen krebserzeugende Stoffe aufgenommen werden, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass zusätzlich über die Atemwege aufgenommene Gefahrstoffe die gesundheitsschädigenden Wirkungen des Rauchens und Passivrauchens additiv oder potenzierend steigern können.

Auch auf der Basis dieser gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse ist am 3.10.2002 der § 3a Nichtraucherschutz in Kraft getreten. Gemäß § 3a Nichtraucherschutz der Arbeitsstättenverordnung hat der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nur insoweit zu treffen, als die Natur des Betriebs und die Art der Beschäftigung es zulassen.
 


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