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Nutzerpfad: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > elektromagnetische Strahlung / Felder
Stichworte: Wo kann ich prüfen lassen, ob ein Zusammenhang zwischen vorhandenen Hochspannungsmasten und aufgetretenen Krebserkrankungen besteht?

Frage:

In unmittelbarer Nähe unseres Bürogebäudes befinden sich Hochspannungsmasten. Es sind drei Krebserkrankungen bekannt geworden. Wo kann ich prüfen lassen, ob es hier eine Verbindung geben könnte??


Antwort :

Der Krankheitsbegriff „Krebs“ umschreibt eine weitgefächerte Erkrankungsgruppe, deren begriffliche Gemeinsamkeit in der Art des „bösartigen“, in der Regel lebensbedrohlichen Krankheitsverlaufes zu sehen ist. Von daher ergibt sich hieraus zunächst die Frage, ob die betroffenen Kollegen an gleichartigen bzw. artverwandten Tumoren erkrankt sind.

Bei „Krebs“ handelt es sich um eine der häufigsten, anlagebedingt schicksalhaft auftretenden Erkrankungen und Todesursachen überhaupt. Deshalb ist neben der Anzahl der Erkrankten die Gesamtzahl der Beschäftigten, von denen drei an Krebs erkrankt sind, von entscheidender Bedeutung.
Schließlich muss der Aspekt der sog. Latenz berücksichtigt werden. Unter Latenz versteht man in diesem Zusammenhang die Zeit zwischen dem Beginn der schädlichen Einwirkung und dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen. Bei Krebserkrankungen beträgt sie mehr als zehn Jahre, meist mehrere Jahrzehnte.

Deshalb ist in diesem Fall zunächst zu klären,
1. wie lange das Gebäude dort steht,
2. wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort arbeiten,
3. seit wie vielen Jahren und über welche tägliche Arbeitszeit diese Mitarbeiter beschäftigt sind und
4. um welche Art der Krebserkrankung es sich jeweils handelt.

In jedem Fall ist es Aufgabe des Betriebsarztes/der Betriebsärztin diesem Problem nachzugehen (s. § 3 Arbeitssicherheitsgesetz). Sollte sich auch nach seiner/ihrer Auffassung eine ungewöhnliche Häufung gleichartiger Tumorerkrankungen bei den Mitarbeitern des betroffenen Bürogebäudes zeigen, besteht die Möglichkeit einer Messung der Frequenz und Intensität der elektromagnetischen Felder.
Hierzu noch einige allgemeine Erläuterungen: Durch Hochspannungsleitungen werden niederfrequente elektromagnetische Felder erzeugt. Bekannt ist, dass die Magnetfelder in Entfernungen von einigen Metern von der Hochspannungsleitung rapide abnehmen. Zur Frage möglicher Gesundheitsstörungen gibt es seit den 70iger Jahren weltweite Studien. Ein eindeutiger Zusammenhang von Krebserkrankungen mit nachgewiesener erhöhter elektromagnetischer Belastung (Wohnung in der Nähe von Hochspannungsmasten o.ä.) konnte jedoch bisher nicht bewiesen werden.

Zum Schutz der Bevölkerung wurde 1997 die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetztes erlassen. Darin sind u. a. die Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder in der Umgebung von Stromversorgungsanlagen festgelegt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist für Fragen des Strahlenschutzes zuständig; die zuständige Fachbehörde ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Unter der Adresse www.bfs.de
 bietet das Bundesamt vielfältige Informationen zum Thema „elektromagnetische Felder“ an
.
Die prinzipiellen Messverfahren werden in der DIN 0848 Teil 1 dargestellt. Ansprechpartner für Messungen können Hochschulinstitute, der TÜV oder kommunale Umweltämter sein; auch der regionale Stromanbieter verfügt über die entsprechende Messtechnik. Die Messungen sind in der Regel kostenpflichtig.


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