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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Muss ein zur Durchführung eines Kohlewechsels bei einem Aktivkohle-Adsorber verwendeter Staubsauger ex-geschützt sein?

Frage:

Zur Durchführung eines Kohlewechsels bei einem Aktivkohle-Adsorber wird von unseren Technikern ein Staubsauger verwendet.
1. Wird für diese Tätigkeit aufgrund der möglichen Explosionsgefahr des Kohlestaubs ein Ex-geschütztes Gerät benötigt?
2. Welche arbeitsschutzbezogenen Informationen/Vorgaben können zu dieser Thematik herangezogen werden?

Antwort :

§ 6 Absatz (4) der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) beschreibt die Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung bei potenziellen Explosionsgefährdungen. Hierin wird dezidiert ausgeführt, welche Ermittlungspflichten bestehen.

Zur Stoffdatenermittlung in Bezug auf die sicherheitstechnischen Kenngrößen der Kohlenstäube kann die Datenbank GESTIS-STAUB-EX vom IFA der DGUV herangezogen werden: http://staubex.ifa.dguv.de

Zur Umsetzung des richtlinienkonformen Vorgehens gilt es, das intergrierte Explosionsschutzkonzept aus der 94/9/EG (bzw. ab 20. April 2016 der 2014/34/EU) bzw. 11. ProdSV zu realisieren. Es stellt die Spezialform der Umsetzung der Rangfolge der Schutzmaßnahmen für den Explosionsschutz dar. Danach haben die primären Schutzmaßnahmen (Vermeidung der Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre (geA)) den Vorrang vor den Maßnahmen des sekundären Explosionsschutzes (Vermeiden des Wirksamwerdens von Zündquellen) und den teritiären Schutzmaßnahmen (Auswirkungsbeschränkungen).

Wenn hier bereits ausgeschlossen wurde, dass geA sicher vermieden werden kann, so ist eine Zoneneinteilung vorzunehmen (vgl. GefStoffV Anhang 1 Nr. 1.7).

Sodann sind die Betriebsmittel auszuwählen, die für den vorhandenen Staub und ggf. weitere vorhandene Stoffe als geeignet anzusehen sind, um in explosionsfähiger Atmosphäre dieser Art zündquellenfrei eigesetzt zu werden.

Entsprechend der Zoneneinteilung muss also sowohl der Staubsauger (als überwachungsbedürftige Anlage) entspreched der jeweils passenden Gerätegruppe (vermutlich hier II, also übrige übertätige Bereiche) und der Kategorie 1, 2 oder 3 (passend zur jeweiligen Zone) ausgewählt und konform zur 11. ProdSV zu beschaffen und im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zu betreiben sind. Gleiches gilt aber auch für alle anderen in der Zone vorhandenen elektrischen und nicht elektrischen Betriebsmittel.

Dazu ist, weil geA nach Nutzerangaben nicht vermeidbar zu sein scheint, ein Explosionsschutzdokument gem. § 6 Abs. (8) GefStoffV zu erstellen. Weiterhin sind die erstmalige und die wiederkehrenden Prüfungen der Betriebsmittel mit Prüfanlass, Prüfumfang und -tiefe sowie die erforderliche zur Prüfung im Explosionsschutz befähigte Person mit ihrem Anforderungspektrum auszuwählen und zu bestellen.

Hinweis:
Die Prüfung kann auch durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) durchgeführt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine ZÜS aufgrund ihrer Zulassung durch die ZLS nicht beratend tätig werden darf. Beratungen dürfen nur kammerrechtlich geeignete Beratende Ingenieure wahrnehmen.

Dialognummer: 25403
Stand: 27.11.2015

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