Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Konsequenzen aus Befunden
Stichworte: Ist eine Farbsinnstörung ein Ausschlusskriterium für eine Ausbildung von IT-System-Elektronikern und IT-System-Kaufleuten?

Frage:

In der beruflichen Rehabilitation werden in Berufsförderungswerken IT-System-Elektroniker und IT-System-Kaufleute ausgebildet. Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit wird u.a. auch als Eignungskriterium die Farbtüchtigkeit beurteilt. Da beide Ausbildungsrichtungen gemeinsame Kernqualifikationen haben - aber unterschiedliche Tätigkeitsbereiche im späteren beruflichen Einsatz - sind in der berufskundlichen Literatur, z.B. im „Systematischen Handbuch der Berufe - Berufsprofile für die arbeits- und sozialmedizinischen Praxis“, unterschiedliche Angaben über die Farbsinnstörung beschrieben. Bei den einzelnen Ärztlichen Diensten der Berufsförderungswerke gibt es hierzu unterschiedliche Aussagen.
Frage: Ist eine Farbsinnstörung ein Ausschlusskriterium für eine Ausbildung von IT-System-Elektronikern und IT-System-Kaufleuten?

Antwort :

Es gibt unterschiedliche Farbsinnstörungen: Bei Männern (seltener bei Frauen) tritt am häufigsten eine Rot-Grün-Störung auf (seltener sind Blaustörungen). Es gibt allerdings auch andere funktionale Störungen, die möglicherweise auch zur Farbsinnstörung beitragen, z.B. Sehnervstörungen, Retinopathie, Makuladegeneration, Trübungen von Augenmedien.

Wenn man von einer Rot-Grün-Störung ausgeht, können folgende Schlußfolgerungen gezogen werden:

Ein IT-System-Elektroniker findet manchmal Bauelemente vor, deren Funktion farbig codiert ist. Eine Verwechslung, vor allem bei eingeschränkten Leuchtdichten (z.B. im Geräteinneren), kann den Erfolg der Arbeit verhindern und ggf. auch zu Gefährdungen für den Beschäftigten selbst und für Dritte führen. Daher könnte eine Farbsinnstörung in einem solchen Fall als Ausschlusskriterium angesehen werden.

Wenn es sich um einen IT-System-Kaufmann handelt, wird eine Rot-Grün-Störung kompensierbar sein (z.B. bei PC-Arbeiten könnten Rot-Grün-Kombinationen sich durch Leuchtdichtekontraste unterscheiden lassen oder sind mit Text-/Zeichenerklärungen unterlegt). Einkaufs-/Verkaufsgespräche lassen sich auch ohne eine spontane Erkennung von Rot/Grün führen. In einem solchen Fall kann die Rot-Grün-Störung kaum als Ausschlusskriterium angesehen werden.

Hinsichtlich dieser arbeitsrechtlichen Fragestellung ist zu empfehlen, sich zusätzlich an das Länderarbeitsministerium (Referat Arbeitsrecht), das Länderwirtschaftsministerium und/oder die Bundesanstalt für Arbeit zu wenden.

Stand: August 2000

Dialognummer: 252

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.