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Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter
Stichworte: Welche Schutzkleidung sollte eine Schwangere bei Schilddrüsenszintigraphien tragen?

Frage:

In der Praxis, in der ich arbeite, werden demnächst auch Schilddrüsenszintigraphien mit Technetium durchgeführt. Ich plane eine Schwangerschaft. Welche Schutzkleidung sollte ich tragen, wenn ich noch nicht weiß (oder es noch nicht sagen möchte), ob/daß ich schwanger bin?

Werden bei Schilddrüsenszintigraphien Röntgenschürzen getragen? Und Bleihandschuhe? Wie hoch ist das Risiko, dass in den ersten Wochen (wenn man 1-2 Schilddrüsenszintigraphien/Woche durchführt) ein Fetus Schaden nimmt?

Antwort :

Auf die Fragen welche Schutzkleidung zu tragen ist und ob ein Fötus Schaden nimmt, kann von hier aus nicht abschließend geantwortet werden, da die genauen Rahmenbedingungen nicht bekannt sind. Im Allgemeinen ist nach § 33 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) der Strahlenschutzverantwortliche für die Schutzmaßnahmen verantwortlich. Dieser hat eventuell mit weiteren beteiligten (Strahlenschutzbeauftragte etc.) die Gefährdungen zu beurteilen und für die Bereitstellung geeigneter Räume, Ausrüstungen und Geräte etc. zu sorgen.

Nach § 5 Mutterschutzgesetz (MuSchG) sollen werdende Mütter dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist. Denn nur wenn dem Arbeitgeber/Strahlenschutzverantwortlichen bekannt ist, dass eine Schwangerschaft vorliegt, können geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Es steht Ihnen natürlich frei die Schwangerschaft nicht direkt zu verkünden. Dieses beinhaltet allerdings die Gefahr, dass nicht ausreichende Schutzmaßnahmen (persönliche Schutzausrüstung, Beschäftigungsverbot etc.) getroffen werden. Hiermit soll auch ausdrücklich erwähnt werden, dass nach § 9 Abs.1 MuSchG die werdende Mutter nach Bekanntgabe der Schwangerschaft vor Kündigung geschützt ist und dass das MuSchG der werdenden Mutter weitere Rechte einräumt.

Sobald eine Frau ihren Arbeitgeber darüber informiert hat, dass sie schwanger ist oder stillt, sind ihre Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist (§ 43 Absatz 2 StrlSchV). Dieser Personenkreis sollte offene radioaktive Stoffe nicht handhaben oder sollte sich nicht in Räumen aufhalten, in denen ein genehmigungsbedürftiger Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen erfolgt, sofern nicht eine auf den Arbeitsplatz bezogene Abschätzung des Inkorporationsrisikos zur Einhaltung des Grenzwertes des § 55 Absatz 4 Satz 2 StrlSchV im Einzelfall vorliegt.

Nach § 37 Abs. 1 Punkt 2 StrlSchV darf schwangeren Frauen der Zutritt zu Kontrollbereichen nur erlaubt werden, wenn bei schwangeren Frauen der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte dies gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Dosisgrenzwert nach § 55 Abs. 4 Satz 2 eingehalten und dies dokumentiert wird.

Nach § 55 Abs. 4 Satz 2 beträgt der Grenzwert bei gebärfähigen Frauen für die über einen Monat kumulierte Dosis an der Gebärmutter 2 Millisievert. Für ein ungeborenes Kind, das aufgrund der Beschäftigung der Mutter einer Strahlenexposition ausgesetzt ist, beträgt der Grenzwert der Dosis aus äußerer und innerer Strahlenexposition vom Zeitpunkt der Mitteilung über die Schwangerschaft bis zu deren Ende 1 Millisievert. Werden die Grenzwerte eingehalten so ist nach aktuellen Kenntnissen davon auszugehen, dass eine Schädigung des Fötus ausgeschlossen ist.

Es ist daher anzuraten, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft so früh wie möglich mitzuteilen, damit die Schutzmaßnahmen, bzw. die Dosis z. B. über jederzeit ablesbare Dosimeter, überwacht werden kann.


Dialognummer: 25147
Stand: 30.10.2015

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