Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sanierungsarbeiten, Entsorgung > Sanierungsarbeiten, Entsorgung
Stichworte: Dürfen Zytostatikareste neuerdings über den Hausmüll entsorgt werden? Besteht eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter?

Frage:

Mein Arbeitsplatz ist eine Akutklinik, in der viele Krebspatienten chemotherapeutisch betreut werden. Nachdem dem die Chemo-Infusion eingelaufen ist, wurde sie von den Schwestern abgehängt. Hierbei wurden Handschuhe getragen, die Beutel, Bestecke und sonstiges Material, das mit der Zytostase in Berührung kam, wurde zuerst in ein Müllbeutelchen, dann in eine schwarze Entsorgungsbox (Kunststoff) gegeben, die als Sondermüll vernichtet wurde.
Nach einer neuen Vorschrift soll dies nicht mehr Pflicht sein. Aus Kostengründen ist die Klinikleitung zum dem Schluß gekommen, die Entsorgung über den "normalen" Hausmüll vorzunehmen.
Ist das zulässig? Besteht eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter?

Antwort :

Grundsätzlich ist für die Entsorgung die örtliche Stadt- oder Gemeindeverwaltung zuständig. Sie erlässt zu diesem Zweck entsprechende Abfallsatzungen, in denen geregelt wird, was gefährliche Abfälle sind und wie diese einzelfallbezogen zu entsorgen sind. Sie berücksichtigt dabei unter Umweltschutzaspekten die ihr zur Verfügung stehenden Entsorgungsmöglichkeiten.

Die Aufbewahrung der zytostatikahaltigen Abfälle zur Abholung durch die Müllabfuhr muss in durchstichfesten verschließbaren Behältern in einem Abfalllagerraum erfolgen. Diese Forderung ergibt sich aus der sinngemäßen Anwendung der Regeln für den Umgang mit Zytostatika (TRGS 525 - Gefahrstoffe in der humanmedizinischen Versorgung). Diese stellen im Wesentlichen darauf ab, dass die Exposition der Mitarbeiter sowohl der Klinik als auch des Müllentsorgers gegenüber diesen Stoffen sowohl in inhalativer/ingestiver Hinsicht (z.B. Arbeiten nur an zugelassenen Sicherheitswerkbänken) als auch hinsichtlicher möglicher Verletzungsgefahren durch stechende oder schneidende Werkzeuge minimiert werden soll.
Umgang mit Zytostatika ist kein Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen. Es gelten für den Umgang mit Zytostatika und deren Abfällen weiterhin die gefahrstoffrechtlichen Vorschriften, insbesondere Gefahrstoffverordnung sowie die bereits genannte Technische Regel für Gefahrstoffe . TRGS 525.
Informationen bietet auch die Richtlinie des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit vom 9. April 2002 (StAnz. Nr. 18 vom 6.05.2002 S. 1417) : Gesundheitsschutz bei der beruflichen Anwendung von Zytostatika im stationären und ambulanten Bereich, Internet: http://th.osha.de/de/gfx/legislation/rechtth_gefstoff.php
bzw. http://www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/legislation/index.html

Stand: 25.03.2004

Dialognummer: 2505

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.