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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen
Stichworte: Welche Vorschriften müssen bei einem Strahlverfahren eingehalten werden, bei dem mittels Glasperlen und Wasser ein Abtrag von Farbschichten, Rost und Verschmutzungen erreicht wird?

Frage:

Ich interessiere mich für die geltenden Vorschriften für ein Verfahren, das es so meines Wissens nach in Deutschland noch nicht gibt.
Es ist ein Strahlverfahren, bei dem mittels Glasperlen mit der Beimischung von sehr wenig Wasser ein Abtrag von Farbschichten, Rost und Verschmutzungen erreicht wird. Dabei entsteht nur sehr wenig Staub und die Wassermenge ist so gering, dass es eher trocknet als wegläuft. Was ist in Sachen Umwelt- und Personenschutz zu beachten?

Antwort :

Bei Ihrer Frage sind zwei Aspekte zu unterscheiden:
1.       Umweltfragen
2.       Arbeitsschutz

Zu Umweltfragen kann KomNet als Beratungsinstrument zu Fragen des Arbeitsschutzes keine Auskunft geben. Hier sollten Sie sich direkt an die zuständige Behörde wenden. Grundsätzlich wäre hier aber zu unterscheiden,
in welche Korngrößen sich die Glasperlen beim Auftreffen auf die zu reinigende Oberfläche zerlegen, welche Einflüsse die Splitter der Glasperlen auf die Umwelt haben und wie sie in der Umwelt abgelagert werden.
 
Die Beurteilung des Arbeitsschutzes gestaltet sich einfacher. Glas besteht aus Quarz, Feinstaub aus Quarz ist potentiell lungengängig und damit in der Lage Silikose auslösen zu können. Dabei lässt die Vermischung der Glasperlen mit Wasser erwarten, dass sich die Bruchstücke der Glasperlen eher ablagern werden, als in der Luft, als flugfähiger Staub, die Lungen gefährden zu können.
Messungen zur Einschätzung des Gefährdungspotentials liegen nicht vor.
 
Früher wurde mit Quarzsand gestrahlt. Bei den Strahlarbeiten entstand Quarzfeinstaub. Damit kann ganz allgemein die Gefährdung der Arbeitnehmer durch Verwendung von Glasperlen mit der bekannten Gefährdung durch Quarzsand verglichen werden.
Damit ist die ehemalige UVV „Strahlarbeiten“, die jetzt in der BGR 500, Kapitel 2.24 (Link:
http://www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/Gesetze_Vorschriften/BG-Regeln/BGR/BGR_500_2_24.pdf ) gefasst ist, als Stand der Technik anwendbar.
 
 
Formal kommt hier die Gefährdungsbeurteilung ins Spiel. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gefährdungen zu ermitteln, zu bewerten und eigenverantwortlich geeignete Maßnahmen zur Minimierung der Gefährdungen zu ergreifen.
Wichtig ist dabei auch das Material, dass entfernt werden muss. Im Schiffbau hat man Antifouling-Farben eingesetzt, die zum großen Teil Schwermetalle enthalten, also ungesund sind.
 
Als Arbeitsschutzmaßnahmen sind mindestens erforderlich:
1.       Atemschutz
2.       Schutzbrille
3.       Handschuhe
4.       Schutzschuhe
5.       und eine wasserabweisende Schürze.

Diese Aufzählung ist nicht abschließend und muss vom Arbeitgeber eigenverantwortlich bewertet werden.


Dialognummer: 24850
Stand: 25.09.2015

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