Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Notausgänge, Türen und Tore im Verlauf von Fluchtwegen
Stichworte: Welche Mindestbreite muss eine Fluchtwegtür vom Flur ins Treppenhaus oder ins Freie haben, wenn die Gesamtpersonenzahl unter 200 ist?

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte, da es für nahezu alle Bauvorhaben mit Arbeitsstätten relevant ist und bei mir und einigen Kollegen wiederholt angefragt wurde, meine schon einmal gestellte Frage zur ASR A2.3 wiederholen, da sie bisher nicht geklärt wurde:

Für > 20 Personen schreibt die ASR A2.3 eine Mindestbreite von 1,20m im Lichten vor.

Dann folgt der Absatz(Zitat): "Die Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen sowie in Richtung des Fluchtweges zu öffnende Türen nicht eingeengt werden. Eine Einschränkung der Mindestbreite der Flure von maximal 0,15m an Türen kann vernachlässigt werden."

Für mehr als 20 Personen gilt demnach, dass die Öffnung der Tür im Flur 1,05 m im Lichten betragen muss.
Gilt dies auch für die Tür vom Flur in den Treppenraum oder den Ausgang ins Freie, sofern die Gesamtzahl unter 200 Personen bleibt?

Gemäß §7 Abs.4 Sonderbauverordnung NRW genügt als lichte Breite für einen Raum mit 100 Personen eine Tür mit 0,90 m im Lichten.


Antwort :

Nach der ASR A2.3 "Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan" Nr. 5 Abs. 3 beträgt die Mindestbreite eines Fluchtwegs für 21 bis 200 Personen 1,20 m. Eine Einschränkung der Mindestbreite der Flure von 0,15 m an Türen kann vernachlässigt werden.

Damit kann die lichte Mindestbreite eines Flures im Verlauf eines Fluchtweges an Türen 1,05 m betragen, da im Verlauf von Fluren meist mit einer Vereinzelung der gleichzeitig flüchtenden Personen gerechnet werden kann. Dies gilt allerdings nicht für Notausgangstüren aus einem Aufenthaltsraum, wie z. B. bei einem Unterrichtsraum, da es hier zu einer Ansammlung von gleichzeitig aus dem Raum flüchtenden Personen vor der Tür kommen kann und eine Einschränkung der Breite zu einer Verzögerung im Verlauf der Flucht führen kann .

Die Sonderbauverordnung NRW ist Baurecht, hierzu können und dürfen wir keine abschließende Aussage treffen. Allerdings fordert auch § 7 Abs.4 der Sonderbauverordnung eine Mindestbreite der Rettungswege in Versammlungsstätten von 1,20m.

Die in Ihrer Fragestellung erwähnte Breite von 0,90 m nach der Sonderbauverordnung NRW gilt für Rettungswege von Versammlungsräumen mit nicht mehr als 200 Besucherplätzen (§ 7 Abs.4). Versammlungsräume sind gemäß § 2 Abs.3: "Räume für Veranstaltungen oder für den Verzehr von Speisen und Getränken. Hierzu gehören auch Aulen und Foyers, Vortrags- und Hörsäle sowie Studios."

Somit gelten die 0,90 m aus der Sonderbauverordnung NRW nicht in einem üblichen Flur einer Arbeitsstätte.



Dialognummer: 24676
Stand: 04.09.2015

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.