Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
Stichworte: Darf eine schwangere Zahnärztin Reihenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen durchführen?

Frage:

Darf eine im Gesundheitsamt angestellte Jugendzahnärztin während der Schwangerschaft Reihenuntersuchungen bei Kindern/Jugendlichen durchführen?

Antwort :

Regelungen zum Mutterschutz sind im Mutterschutzgesetz und in der Mutterschutzverordnung getroffen. Für Beamtinnen gelten spezielle Verordnungen, z.B. die  Verordnung über den Mutterschutz für Beamtinnen im Lande Nordrhein-Westfalen.

Erfahrungsgemäß sind schwangere Zahnärztinnen vielfältigen gesundheitlichen Risiken, insbesondere der Infektionsgefährdung gegenüber blutübertragenen Infektionskrankheiten wie. z. B. Hepatitis B und C sowie HIV ausgesetzt. Daher sind alle Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr und Blutkontakt verboten. Bei Reihenuntersuchungen von Kindern und Jugendlichen ist die werdende Mutter zusätzlich einer erhöhten Infektionsgefährdung gegenüber den Erregern von Kinderkrankheiten ausgesetzt. Diese Kinderkrankheiten treten bei Kindern/Jugendlichen (je nach Altersgruppe) fast doppelt so häufig wie bei Erwachsenen auf. Die Krankheitserreger (sogenannte biologischer Arbeitsstoffe nach § 2 Biostoffverordnung) können bleibende Schäden sowohl bei der Mutter als auch bei dem Kind auslösen. Daher ist eine Weiterbeschäftigung der schwangeren Zahnärztin nur dann möglich:

Bei fehlender Immunität gegenüber Zytomegalie ist ein generelles Beschäftigungsverbot für die gesamte Schwangerschaft beim beruflichen Umgang mit Kindern bis zum vollendeten 3. Lebensjahr notwendig. Bei älteren Kindern kann die Beschäftigung unter Beachtung von hygienischen Maßnahmen, Meidung von engen Körperkontakten und Tragen von geeigneten Persönlichen Schutzausrüstungen (Handschuhe, Kittel bzw. Mundschutz....) erfolgen. Beim Auftreten von Keuchhusten, Scharlach, Hepatitis A und Influenza in der Einrichtungen ( Kindertagesstätten, Schulen...) oder in der Region soll ein befristetes Beschäftigungsverbot für nicht Immune ausgesprochen werden. Wegen Hepatitis B, C, HIV Gefahr sind alle Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr und Blutkontakt verboten.

Bei fehlender oder nicht ausreichender Immunität gegenüber mehreren der o. g. Erkrankungen empfiehlt es sich, die werdende Mutter z. B. mit organisatorischen, administrativen, Kontroll- und/oder Überwachungstätigkeiten zu beschäftigen.
 
Weitere Informationen finden Sie im Arbeitsschutzportal NRWauf den Mutterschutzseiten:
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/themenfelder/mutterschutz/index.php 
 
Hier finden Sie unter Praxishilfen auch ein Faltblatt zum Mutterschutz in Zahnarztpraxen:
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/pdf/themenfelder/mutterschutz/Zahnarztpraxen_korr-neu.pdf  
 


Dialognummer: 2466
Stand: 24.03.2014

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.