Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer

Frage:

Gilt eine Höchstarbeitszeit für die Arbeit an Bildschirmgeräten?

Antwort :

Nein, spezifisch für Beschäftigte, die gewöhnlich bei einem nicht unwesentlichen Teil ihrer normalen Arbeit ein Bildschirmgerät benutzen, gibt es keine besondere Höchstarbeitszeit für die Arbeit mit Bildschirmgeräten, neben den allgemeinen Bestimmungen des Arbeitsschutzrechtes, die für alle Beschäftigten gelten. Das heißt, für die Bildschirmarbeit gelten die Höchstarbeitszeiten des Arbeitszeitgesetzes.

Nach § 5 „Täglicher Arbeitsablauf“ der
Bildschirmarbeitsverordnung, die am 20.12.1996 in Deutschland in Kraft getreten ist, hat der Arbeitgeber die Tätigkeit der Beschäftigten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird, die jeweils die Belastung durch die Arbeit an Bildschirmgeräten verringern.

Das heißt z.B., dass der Arbeitgeber zunächst zu versuchen hat, die Arbeit an Bildschirmgeräten so zu organisieren, dass sie durch andere belastungsreduzierende Tätigkeiten unterbrochen wird. Erst in zweiter Linie kommen Unterbrechungen durch Pausen in Frage.

Mit der Forderung nach regelmäßiger Unterbrechung der Bildschirmarbeit durch andere Tätigkeiten, die die Belastung durch die Arbeit am Bildschirmgerät verringern, ist das Konzept „Mischarbeit“ angesprochen. Ziel von „Mischarbeit“ ist es, dass das Bildschirmgerät ein „normales“ Arbeitsmittel des Beschäftigten ist, das nicht Inhalt und Art der Aufgabenerledigung diktiert oder dominiert.

Mischarbeitsmodelle für die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder sind im Rahmen des Programms der Bundesregierung „Arbeit und Technik“ entwickelt worden.

Bei den alternativ geforderten regelmäßigen (Kurz-) Pausen, die die Belastung durch die Arbeit am Bildschirmgerät verringern, handelt es sich nicht um die im Arbeitszeitrecht geforderten Ruhepausen. Die (Kurz-) Pausen sollen vielmehr dem Auftreten von Ermüdung entgegenwirken: Aus ergonomischer Sicht ist der Erholungswert mehrerer kurzer Pausen - oder Unterbrechungen der Tätigkeit am Bildschirmgerät - größer als der von wenigen, festgelegten langen Pausen.

Die (Kurz-) Pausen sollten, wenn sie erforderlich werden, hinsichtlich ihrer Lage von den Beschäftigten nach Bedarf frei gewählt werden können, auch im Interesse einer flexiblen Unternehmensorganisation und eines gesundheitszuträglichen Arbeitsablaufs.

Weitergehende Informationen dazu sind z.B.:
• Bildschirm-Fragebogen „BiFra“ mit Gestaltungshinweisen für
Bildschirmarbeit als Papier- und als PC-Version kostenlos erhältlich von der
Internet-Hompage des Instituts ASER e.V. (http://www.aser.uni-wuppertal.de)
• Kostenlose Informationen über Pausen bei Bildschirmarbeit und Vorschläge
zur Organisation der Arbeit findet man unter:
http://www.ergo-online.de/site.aspx?url=html/arbeitsorganisation/pausen/pausen_bei_bildschirmarbeit.htm .
Kostenlose Broschüren sind erhältlich über die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund
(http://www.baua.de/info/bestell.htm
)
• Gesundheitsschutz 17 – Telearbeit – gesund gestaltet;
• Qualifizierung 8 – Ältere Arbeitnehmer und Büroarbeit;
• Qualifizierung 11 – Qualifizierung für neue Technologien im Büro und Verwaltung

Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu beziehen über: Wirtschaftsverlag
NW; Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Postfach 10 11 10, D-27 511
Bremerhaven,Telefon (0471) 94544-0, Fax (0471) 94544-88, e-mail:
NWVerlag@t-online.de
• Nr. 92 Mischarbeit in Büro und Verwaltung 1
• Nr. 93 Mischarbeit in Büro und Verwaltung 2
• Nr. 94 Mischarbeit in Büro und Verwaltung 3
• Nr. 115 Sicherheits- und gesundheitsgerechte Gestaltung von Telearbeit
• Nr. 116 Psychische Belastung und Beanspruchung

weiterführende Literatur:
Richenhagen, G., J. Prümper & J. Wagner.
Handbuch zur Bildschirmarbeit,
Neuwied, Kriftel, Berlin: Hermann Luchterhand Verlag, 1998, 2. überarbeitete
und aktualisierte Ausgabe, ISBN 3 -472-03357-6


Dialognummer: 236

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.