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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht
Stichworte: Gilt Altglas, in dem Blei gebunden ist, wie z.B. Bildschirme oder Bleiglas, als Gefahrstoff?

Frage:

Bleiverbindungen (Index. - Nr. 082-001-00-6) sind ab einer Konzentration von 0,5% bzw. 5.000. mg/kg als giftig mit den R-Sätzen R61-33-52/53 einzustufen.

Gilt dies auch für den Fall, dass das Blei nahezu unlösbar in einer Glasmatrix gebunden ist, wie z.B. bei Bleigläsern oder Bildschirmglas ?

Meiner Ansicht nach kann beim Umgang mit Altglas aus Bildschirmen (Bleigehalte von über 10.000 mg/kg) nicht von einem Gefahrstoff ausgegangen werden, da das Blei nicht bioverfügbar ist.

Antwort :

Ein Gefahrstoff i.S. der Gefahrstoffverordnung – GefStoffV liegt u.a. dann vor, wenn es sich um ein Erzeugnis handelt (Bildschirm), aus dem bei der Verwendung (Weiterverarbeiten von Altglas) ein Gefahrstoff freigesetzt werden kann, der eines der Gefährlichkeitsmerkmale nach § 3a ChemG hat. (§3 Abs.1 GefStoffV i.V.m § 19 Abs.2 Ziffer 3).
Wird z.B. Staub bei der Weiterverarbeitung von Altglas frei, so kann dieser in den Atemtrakt gelangen. Dort wird er aufgelöst und die im Glas enthaltenen Elemente werden bioverfügbar. In ähnlicher Weise könnten Dämpfe beim Einschmelzen entstehen und vom Menschen aufgenommen werden.
Insofern ist es also vom Prozess der Weiterverarbeitung abhängig, ob ein Erzeugnis ein Gefahrstoff ist. Für einen Bildschirm bzw. für Bleiglas ist hier kein Verarbeitungsprozess bekannt, bei dem das nicht passieren kann. Daher handelt es sich bei diesen Erzeugnissen bei der Weiterverarbeitung um Gefahrstoffe. Das gilt nicht für das Inverkehrbringen als Erzeugnis z.B. in einem Fernsehapparat. Erst wenn dieser zerlegt wird, kann der Bildschirm zum Gefahrstoff werden.
Vorschriften des Arbeitsschutzes werden im Internet z.B. unter
http://www.gewerbeaufsicht.badenwuerttemberg.de/Vorschriften/Vorschriften.htm oder http://de.osha.eu.int/de/gfx/legislation/staatliches_recht.php angeboten.

Stand: 09.01.2004

Dialognummer: 2341

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