Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: In welche Ex-Schutz Zone sind Abfüllstellen für entzündliche Flüssigkeiten einzustufen?

Frage:

In Unterlagen finde ich immer wieder die Angabe, dass bei Abfüllen in Lägern für entzündliche Flüssigkeiten der Raum als Ex-Schutz Zone1 einzustufen ist.
In der Beispielsammlung der TRBS 2152 finde ich hingegen bei einer Menge von 5l V 1 m3 und seltenen betrieblichen Störungen die Angabe: Zone 2, 2m um die Abfüllstelle.
Was hat hier nun Gültigkeit?

Antwort :

Die Frage nach der "zutreffenden" Zone ist nicht pauschal zu beantworten. Explosionsschutz besteht aus Maßnahmen zur Vermeidung der Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphären (geA), Maßnahmen zur Vermeidung von Zündquellen, Maßnahmen zur Beschränkung der Auswirkungen sowie organisatorische Maßnahmen. Die Zoneneinteilung dient als Grundlage zur Vermeidung von wirksamen Zündquellen. Explosionsschutz funktioniert nur als Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen. Insofern hängt die "richtige" Zone von den übrigen Explosionsschutzmaßnahmen ab.

Die ungeprüfte Einstufung in eine Zone ist daher der falsche Ansatz, weil er dem Konzept des integrierten Explosionsschutzes und zugleich der gesetzlichen Rangfolge der Schutzmaßnahmen entgegenstehen würde.

Zunächst ist zu prüfen, ob nicht durch geeignete technische Schutzmaßnahmen die Vermeidung explosionsfähiger Atmosphäre herbeigeführt werden kann (geeignete Lüftung und/oder Punktabsaugung, Mengen- und/oder Konzentrationsbegrenzung, Gaswarneinrichtungen in Bodennähe).

Erst wenn durch derartige Maßnahmen eine Vermeidung von geA tatsächlich nicht sicher auszuschließen ist, greift die Zoneneinteilung mit der Folge der Zündquellenvermeidung über die Abprüfung aller 13 Zündquellen als Sekundärmaßnahme.

Je nach Zuverlässigkeit der Primärschutzmaßnahmen ist es oftmals möglich, auch auf eine derartige Einteilung in Zonen zu verzichten. Die angeführte Beispielsammlung soll hier ja auch nur eine Unterstützung sein. Beim Lüftungsausfall einer überwachten Lüftung, deren Ausfall auch signalisiert wird, kann durch technische/organisatorische Schutzmaßnahmen sichergestellt werden, dass kein Abfüllen möglich ist. Somit kann auch eine geA dann in diesem Bereich bis zur Fehlerbehebung nicht entstehen.

Es sollte immer im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bedacht werden, dass alle in derartigen Zonen eingesetzten elektrischen und mechanischen Produkte geeignet sein müssen für den Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre (94/9/EG bzw. ab April 2016 deren Neufassung 2014/34/EU). Diese werden dann auch zu überwachungsbedürftige Anlage(n), und zwar mit allen Konsequenzen hinsichtlich Beschaffung, Montage, Betrieb und einzuhaltenden Prüfpflichten.

Auf Punkt 2 der Beispielsammlung zur DGUV-Regeln 113-001 weisen wir hin. Die Beispielsammlung kann als Erkenntnisquelle/Handlungshilfe genutzt werden, ist allerdings nicht verbindlich und hat keine Vermutungswirkung.



Dialognummer: 23215
Stand: 26.02.2015

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.