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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Durchführung von Prüfungen
Stichworte: Muss die Wirksamkeit von Punktabsaugungen (örtliche Absaugungen) regelmäßig durch wiederkehrende Luftmengenmessungen überprüft werden?

Frage:

Ist eine Punktabsaugung ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung? Muß die Wirksamkeit der Punktabsaugung regelmäßig durch wiederkehrende Luftmengenmessungen überprüft werden?

Antwort :

Nach unserer Auffassung ist der Leistungsstandard der Punktabsaugung (örtliche Absaugung) jährlich zu prüfen. Die Entscheidung trifft der Arbeitgeber eigenverantwortlich im Rahmen der zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - i. V. m. § 6 Gefahrstoffverordnung - GefStoffV - und § 3 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung auch für Anlagen, Teile von Anlagen und Arbeitsmitteln, im vorliegenden Fall für Punktabsaugungen im Betrieb, zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung eigenverantwortlich festzulegen und diese umzusetzen.

In die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, neben der TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung", insbesondere die TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen", die Technische Regeln für Gefahrstoffe - TRGS, neben der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" z. B. auch die TRGS 500 "Schutzmaßnahmen", das berufsgenossenschaftliche Regelwerk, wie z. B. die DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" (bisher BGV A 1), die DGUV Regel 100-001 "Grundsätze der Prävention" (bisher BGR A 1) sowie die Gebrauchs-, Betriebs- bzw. Bedienungsanleitungen der Hersteller von Arbeitsmitteln, im vorliegenden Fall der Hersteller von Punktabsaugungen, einzubeziehen.

Mit der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber u. a. auch Art, Umfang und Prüffristen der Arbeitsmittel, im vorliegenden Fall der Punktabsaugungen im Betrieb, sowie die Qualifikation des Prüfenden (TRBS 1203 "Befähigte Personen") eigenverantwortlich festlegen. Abweichungen vom "Technischen Regelwerk" der berufsgenossenschaftlichen Vorschriften bzw. von den Vorgaben in der Gebrauchs-, Betriebs- bzw. Bedienungsanleitung des Herstellers der Arbeitsmittel, im vorliegenden Fall der Punktabsaugungen, sind grundsätzlich möglich, müssen aber in der Gefährdungsbeurteilung hinreichend dokumentiert werden. Da im Schadensfall solche Abweichungen oft sehr kritisch hinterfragt werden, empfehlen wir, solche Abweichungen im Vorfeld mit der zuständigen Arbeitsschutzverwaltung und dem zuständigen Unfallversicherungsträger abzustimmen.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung kann sich der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützen lassen.

Hinweis:
Auf den Schutzleitfaden 200 "Örtliche Absaugung (Punktabsaugung)" der BAuA weisen wir hin.


Dialognummer: 23008
Stand: 04.02.2015

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