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Stichworte: Welche konkreten Vorschriften gelten in Bezug auf das Tragen von Schulranzen durch Schüler?

Frage:

Es geht um Schüler, die mit viel zu schweren Schulranzen zur Schule gehen müssen. Empfohlene Werte des maximalen Schulranzengewichtes liegen bei 10 % des Körpergewichtes.
Die Realität sieht aber ganz anders aus: Selbst nach Überprüfung der Schulranzen auf unnötigen Inhalt wiegen die Ranzen immer noch mehr als das Doppelte bis hin zum Dreifachen des empfohlenen Maximalgewichtes. Es geht also um die Größenordnung 8-10kg-Ranzen bei 30 kg-Körpergewicht.

Welche konkreten Vorschriften (UVV"en, Verordnungen) gelten hier in Bezug auf das Tragen von Schulranzen durch Schüler; wer haftet dafür, dass die Kinder bereits Rückenschäden erleiden (Stichwort: Kostendämpfung im Gesundheitswesen)bzw. mit Spätfolgen zu rechnen ist
Wie ist die rechtliche Situation; gibt es so etwas ähnliches wie eine BK für Schüler. Wer ist zur Gefährdungsbeurteilung und zur Durchführung von Maßnahmen verpflichtet. Welche Rolle spielen die Unfallkassen, das jeweilige Bundesland?
Gibt es Studien zu diesem Thema; was lässt sich konkret einfordern/einklagen? Wer kann weiterhelfen?


Antwort :

Den Eltern von schulpflichtigen Kindern ist die in der Frage beschriebene Problematik zu schwerer Schulranzen bekannt. Leider gibt es keine konkreten Rechts- oder Unfallverhütungsvorschriften, die das Gewicht von Schulranzen rechtlich regeln. Bei der angesprochenen 10%-Regel handelt es sich um eine Empfehlung des Bundesverbandes der Unfallkassen, Internet: http://regelwerk.unfallkassen.de/daten/s_inform/SI_8010.pdf .

Dort heißt es:
Ein Schulranzen, der mehr als ein Zehntel des Körpergewichtes wiegt, ist nicht nur ungesund, sondern schränkt auch die Bewegungsfreiheit des Kindes ein und stört bei der Konzentration auf den Strassenverkehr.

Ein schwerer Ranzen verursacht Fehl- und Überbelastungen; Wirbelsäulenverkrümmungen und Fussverformungen sind die Folge.
Der Schulranzen sollte
- leer nicht mehr als 1,2 kg wiegen
- nicht mit Überflüssigem, z.B. Spielzeug, bepackt werden und
- insgesamt nicht mehr als Zehntel des Körpergewichtes des Kindes wiegen.

Damit das Kind im Straßenverkehr gut gesehen werden kann, muss der Ranzen mit reflektierenden Materialien beschichtet sein und der DIN 58124 entsprechen. Um Schiefhaltungen vorzubeugen, müssen Schultaschen auf dem Rücken und nicht in der Hand getragen werden. Bestimmte Bücher oder Hefte können gegebenenfalls in der Schule gelassen werden (Lehrer fragen).
Weitere Informationen, insbesondere zu den versicherungsrechtlichen Aspekten, kann und darf KomNet als Beratungsinstitution im Arbeitsschutz zu der Fragestellung nicht geben. Bitte wenden Sie sich ggf. mit Ihrer Frage an den Bundesverband der Unfallkassen, Internet: http://www.unfallkassen.de/index2.html oder an andere autorisierte Stellen wie Schulbehörden oder Vertreter der rechtsberatenden Berufe .

Stand: 17.11.2003

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