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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplätze auf Fahrzeugen / Transportmitteln > Arbeitsplätze auf Fahrzeugen / Transportmitteln
Stichworte: Gibt es im Bereich der Gestaltung von Arbeitsplätzen in Zügen außer den Erläuterungen der BG Bahnen weitere arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse?

Frage:

Gibt es im Bereich der Gestaltung von Zugarbeitsplätzen im Nachtzug/Schlafwagen/Liegewagen weitere arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse außerhalb der sehr dürftigen Erläuterungen der BG Bahnen und kompetente BeraterInnen neben den Aufsichtspersonen der BG Bahnen.

Antwort :

Im Bereich von Arbeitsplätzen im Nachtzug/Liegewagen/Schlafwagen sind hier keine weiteren Vorschriften bekannt, die über die berufsgenossenschaftlichen Regelungen hinausgehen. Lediglich für Fahrerstände gibt es zahlreiche Gestaltungsvorschläge.
Arbeitsplätze in Fahrzeugen, auch ständige Arbeitsplätze, fallen nicht unter die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), so dass Anforderungen an Mindestraummaße, freie Bewegungsfläche, Luftwechselraten, Belichtung und Beleuchtung sowie Lärm nicht anwendbar sind.
Auch die Richtlinie RL89/655/EWG vom 30.Nov.1989 über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Arbeitsstätten nimmt die Arbeitsstätten in Transportmitteln ausdrücklich aus.
Auch die neue ArbStättV beinhaltet ebenfalls solche Arbeitsplätze nicht.
Schienenfahrzeuge sind im § 1 Gerätesicherheitsgesetz GSG ausdrücklich ausgenommen, sodass auch Anhang 1 der Betriebssicherheitsverordnung nicht greift.

Die Europäische Gemeinschaft arbeitet seit 1993 an einem Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über "Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transporttätigkeiten sowie in Arbeitsstätten in Transportmitteln (Zwölfte Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG des Rates vom 12. Juni 1989 über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit).

In Artikel 6 der o. g. Rahmenrichtlinie stehen die ....
Allgemeine Pflichten des Arbeitgebers
(1) Im Rahmen seiner Verpflichtungen trifft der Arbeitgeber die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer erforderlichen Maßnahmen, einschließlich der Maßnahmen zur Verhütung berufsbedingter Gefahren, zur Information und zur Unterweisung sowie der Bereitstellung einer geeigneten Organisation und der erforderlichen Mittel.
Der Arbeitgeber muß darauf achten, daß diese Maßnahmen entsprechend den sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden, und er muß eine Verbesserung der bestehenden Arbeitsbedingungen anstreben.
(2) Der Arbeitgeber setzt die Maßnahmen nach Absatz 1 Unterabsatz 1 ausgehend von folgenden allgemeinen Grundsätzen der Gefahrenverhütung um:
......
d)  Berücksichtigung des Faktors "Mensch" bei der Arbeit, insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen sowie bei der Auswahl von Arbeitsmitteln und Arbeits- und Fertigungsverfahren, vor allem im Hinblick auf eine Erleichterung bei eintöniger Arbeit und bei maschinenbestimmtem Arbeitsrhythmus sowie auf eine Abschwächung ihrer gesundheitsschädigenden Auswirkungen;
e) Berücksichtigung des Stands der Technik;
......
g) Planung der Gefahrenverhütung mit dem Ziel einer kohärenten Verknüpfung von Technik, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen, sozialen Beziehungen und Einfluß der Umwelt auf den Arbeitsplatz;
Wir verweisen hier ins Internet : http://europa.eu.int/scadplus/leg/de/cha/c11125.htm
Solange keine konkreten Anforderungen an Arbeitsplätzen in Transportmittel existieren, ist der Arbeitgeber i. S. des §3 ff ArbSchG angehalten, bei der Bestellung von Fahrzeugen selbst Anforderungen zu konkretisieren, die die Realisierung menschengerechter Arbeitsplätze in Schienenfahrzeugen sicherstellen.
Hierbei kann hilfsweise auf die Anforderungen aus der ArbStättV, Mindestvorschriften EG an Arbeitsplätze sowie die ergonomischen Grundsätze bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen bezug genommen werden.

Stand: 18.11.2003

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