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Stichworte: Ich benötige Informationen zur Gefährdung durch massive Verkotung von Hallendächern durch Möwen.

Frage:

Ich benötige Informationen zur Gefährdung durch massive Verkotung von Hallendächern durch Möwen. Besonders wichtig ist die Gefährdung durch den trockenen Kot, der durch die Lüftung im Dach auf die Mitarbeiter einwirkt aber ebenso soll die biologische Gefährdung beim Reinigen der Dächer beurteilt werden.
Vielen Dank!

Antwort :

Die massive Kotansammlung auf Hallendächern kann dann mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko einhergehen, wenn der durch die Trocknung staubförmige Kot über Lüftungswege in die Atemluft der Beschäftigten gelangen kann. Mit den Ausscheidungen können eine Reihe von Krankheitserregern übertragen werden, bei Möwen sind es im Wesentlichen Salmonellen, Clamydien und Cryptococcen. Salmonellen sind empfindlich gegenüber Trockenheit und Sonnenlicht, können unter für sie optimalen Bedingungen jedoch bis etwa 9 Monate in der Außenwelt infektionstüchtig bleiben. Es ist nicht zu erwarten, dass die auf einem Hallendach getrockneten Exkremente noch nennenswerte Mengen infektionstüchtiger Salmonellen enthalten.

Chlamydien (Chlamydia psittaci) sind die Erreger einer grippeähnlichen Infektionskrankheit (Ornithose, Psittakose) und werden mit dem Kot infizierter Tiere ausgeschieden. Sie bleiben auch ausgetrocknet noch lange infektionsfähig und werden vom Menschen mit dem Staub eingeatmet. (Details siehe unter http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM - Chlamydiosen) Cryptococcen sind Pilze, die im Darm von Vögeln leben, mit dem Kot ausgeschieden werden und sich unter Umständen lange im Staub halten können. Die Erreger werden mit dem Staub eingeatmet, sind jedoch nur für Menschen mit einer Abwehrschwäche aufgrund einer anderen Erkrankung ein gesundheitliches Risiko.

Neben der Infektionsgefährdung sind allergisierende Wirkungen möglich. Insbesondere ist, vor allem bei Geflügelzüchtern, auch eine Überempfindlichkeitsreaktion bekannt, die über Entzündungsreaktionen in der Lunge zu einer fibrosierenden Lungenerkrankung mit bleibenden Lungenfunktionseinschränkungen führen kann. Ursächlich ist das Einatmen der Absonderungen, Gefiederreste und Exkremente in höheren Konzentrationen, die in getrockneter, staubförmiger Form bis in die Lungenbläschen gelangen können. Ob eine derartige Belastung der Atemluft über die Lüftung erreicht werden kann, lässt sich nur mit Kenntnis der Situation vor Ort beurteilen.

Aufgrund der genannten Gesundheitsrisiken wird empfohlen, die Belüftung der Halle so zu gestalten, dass kein staubförmiger Vogelkot eindringen kann und die Hallendächer regelmäßig zu reinigen. Besser wäre es, das Niederlassen bzw. Ansiedeln von Möwen auf dem Hallendach mit geeigneten Mitteln zu verhindern. (beispielsweise mechanische Abwehrmaßnahmen, zu beziehen von Fachfirmen zur Taubenabwehr).

Die Beseitigung der Kotansammlungen sollte sinnvollerweise entsprechenden Fachfirmen für Schädlingsbekämpfung übertragen werden. Die Tätigkeiten sind als ungezielte Tätigkeiten im Sinne der Biostoffverordnung (BioStoffV) anzusehen und erfordern entsprechende Schutzmaßnahmen.

Die Biostoffverordnung sowie die dazu veröffentlichten technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe - TRBA werden im Internet z.B. unter http://www.baua.de/prax/index.htm angeboten.

Stand: 03.12.2003


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