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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Beleuchtung und Kennzeichnung von Fluchtwegen
Stichworte: Stimmt es, dass die Größe (Höhe) von hinterleuchteten Rettungszeichen mit dem Distanzfaktor 0,5 zu multiplizieren ist und deshalb die Zeichenhöhe halbiert werden kann?

Frage:

Der Planer einer Bibliothek (Baurechtlich Versammlungsstätte) gibt bei der Größe der Rettungszeichen - Fluchtwege für die Bibliothek an, dass die Größe (Höhe) der Rettungszeichen bei hinterleuchteten Rettungszeichen mit dem Distanzfaktor 0,5 zu multiplizieren sind und deshalb die Zeichenhöhe halbiert werden kann.

Zitat:"sowohl die ASR A1.3, Ausgabe Februar 2013 als auch die DIN EN 1838 : 2013-10 verweisen auf die Norm (DIN) ISO 3864 bzw. sind Teilinhalte aus dieser Norm unverändert in der ASR A1.3 übernommen. In allen drei Normen werden die Begriffe beleuchtete und hinterleuchtete Sicherheitszeichen übereinstimmend verwendet. Wir sehen aus dieser Sicht keine abweichenden Aussagen in diesen Regeln der Technik.

In der DIN ISO 3864-1 : 2012-06 Abs. A.2.2 sind folgende Angaben zum Distanzfaktor z0 enthalten: „... Generell sollte z0 für beleuchtete Sicherheitszeichen in dunkler Umgebung wie bei Beleuchtungsstärken der Notbeleuchtung mit dem Faktor 0,5 multipliziert werden“. Im Übrigen verweisen die DIN EN 50172 (VDE 0108-100) und DIN V VDE V 0108-100 auf die DIN EN 1838. Außerdem kann davon augegangen werden, dass sich auch die ASR A1.3 nicht über EU-Recht bzw. umgesetzte europäische Normen hinwegsetzt (siehe Anwendungsbereich: die Richtlinie EWG 92/58/EWG wird in nationales Recht umgesetzt)."Zitatende
Einen solchen Hinweis finde ich in der ASR A1.3 selbst aber nicht.
Für eine klärende Antwort wäre ich dankbar.

Antwort :

Die Ziffer 1.3 Abs. 3 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bestimmt, dass die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung nach dem Stand der Technik zu erfolgen hat.

Normen, also auch die in Ihrer Frage genannte Norm DIN ISO 3864-1 : 2012-06, stellen ihrem Wesen nach den allgemein anerkannten Stand der Technik dar; dies ist ihre Aufgabe.

Da aber Ziffer 1.3 Abs. 3 des Anhangs der ArbStättV als Quelle des "an den technischen Fortschritt angepassten" Stands der Technik ausdrücklich die Technischen Regeln für Arbeitsstätten und damit auch die ASR A1.3 nennt, sind bei Abweichungen oder Unklarheiten bei der Bestimmung des Stands der Technik die ASR eindeutig höherwertig.

Im vorliegenden Fall spielt diese rechtstheoretische Feinheit aber kaum eine Rolle, da sowohl die ASR A1.3 als auch die Norm DIN ISO 3864-1 für die Wahl der Größe von Rettungszeichen lediglich Empfehlungen geben und keine Vorschrift setzen.

Die Empfehlungen der DIN ISO 3864-1 zur Größe von hinter- oder durchleuchteten Notausgangszeichen leiten sich aus den in der Tabelle A.2 (Seite 21) genannten Distanzfaktoren ab und nicht unmittelbar aus dem Hinweis in Ziffer A2.2 auf Seite 20, der den zitierten Faktor 0,5 einführt.

Wendet man die Distanzfaktoren der Tabelle A.2 an, erhält man Größenempfehlungen für hinter- oder durchleuchtete Rettungszeichen, die ca. 2/3 der in der ASR A1.3 empfohlenen "Vorzugsgrößen" entsprechen. Die "Vorzugsgrößen" der ASR A1.3 beziehen sich aber auf beleuchtete und nicht auf hinter-/durchleuchtete Zeichen. Die Norm DIN ISO 3864-1 unterscheidet also sehr wohl zwischen beleuchteten und hinter-/durchleuchteten Zeichen. Wendet man bei der Berechnung der Zeichengrößen von beleuchteten Zeichen die Distanzfaktoren der dafür vorgesehenen Tabelle A.1 der DIN ISO 3864-1 an, bekommt man Größenwerte, die den "Vorzugsgrößen" der ASR A1.3 durchaus entsprechen.

Der Hinweis in Ziffer A2.2 der DIN ISO 3864-1 erlaubt es lediglich, Kennzeichnung kleiner auszuführen, die ausschließlich dazu dienen, in dunkler Umgebung erkennbar zu sein, da der Kontrast in dunkler Umgebung wesentlich größer ist. Sollen aber die geplanten Rettungszeichen nur zu diesem Zweck dienen, müsste auch darüber nachgedacht werden, ob in der Bibliothek, in der eine Verrauchung bei Bränden ja gewiss nicht auszuschließen ist, gemäß der ASR A3.4/3 ein Sicherheitsleitsystem erforderlich ist.

Dialognummer: 22284
Stand: 18.11.2014

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