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Nutzerpfad: Sicherer Transport > Be- und Entladen, Ladungssicherung > Be- und Entladen, Ladungssicherung
Stichworte: Wer hat die Oberaufsicht beim Be- und Entladen von Lastkraftwagen?

Frage:

Es bestehen Unklarheiten, wer beim Be- oder Entladen die Oberaufsicht hat, der Staplerfahrer oder der LKW -Fahrer? Gibt es dazu Vorschriften oder Vorgaben?

Antwort :

Die Praxis hat gezeigt, dass für die Vermeidung von Unfällen an Be- und Entladestellen gerade die Abstimmung zwischen Lagermeister und Fahrern über den Arbeitsablauf entscheidend ist.
Aus Arbeitsschutzrecht und Straßenverkehrsrecht lässt sich keine grundsätzlich dem Fahrer des LKW oder dem Fahrer des Gabelstaplers zugewiesene „Oberaufsicht“ ableiten, zumal es sich bei diesen häufig um Arbeitnehmer verschiedener Unternehmen handelt. Werden  Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber im Verantwortungsbereich des jeweils anderen tätig, haben sie die dort geltenden Regelungen zu beachten: der Fahrer hält sich  im Betrieb des Ladegutversenders/-Empfängers auf, dieser wiederum lässt seine Beschäftigten im/am fremden Fahrzeug tätig werden.
Die betroffenen Arbeitgeber haben  gem. § 8 Arbeitsschutzgesetz/ArbSchG  und § 6  der BGV-A1 besondere Informations- und Koordinierungspflichten wahrzunehmen.

Die Arbeitgeber haben  vorab im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten schriftlich festzulegen. Dazu gehören   Weisungsbefugnisse und Kontrollpflichten an der Laderampe.
Die LKW-Fahrer müssen z.B. konkret über die Verhaltensregeln auf dem fremden Betriebsgelände informiert werden, es müssen Regelungen für die gegenseitige Nutzung von Betriebseinrichtungen bestehen und wem der Fahrer die Ladebereitschaft seines Fahrzeugs mitzuteilen hat.
Auf der Beladerseite muss festgeschrieben sein, wer vor Ladebeginn die ordnungsgemäße Sicherung  der LKW an der Ladestelle und die Eignung der  Fahrzeuge (samt  Ausrüstung) für die vorgesehene Ladung  beurteilt und welche Person die Beladung freigibt.
Bei  Auswahl dieser Person  und Übertragung der o.g. Aufgaben hat der Arbeitgeber gemäß § 7 des Arbeitsschutzgesetzes besonders auf Eignung und Befähigung dieser Person  zu achten.
Über diese Arbeitsschutzrechtlichen Grundsätze  hinaus stellt  auch das Straßenverkehrsrecht Anforderungen an die gemeinsame Verantwortung der Beteiligten.
Um die Bedeutung der ordnungsgemäßen Ladungssicherung zu unterstreichen, fordert die Straßenverkehrsordnung/StVO   in § 22 die Pflichtenübertragung an einen „Verantwortlichen für Ladetätigkeiten“. Diese Person muss über besondere Befähigungen und weitreichende Weisungsbefugnisse verfügen. Daher handelt es sich in der Praxis meistens weder um LKW- noch  Staplerfahrer. Diese Aufgabe wird häufiger an  Führungskräfte (z.B. Hallenmeister) übertragen.  Die „Oberaufsicht“ an der Ladestelle erfordert Übersicht, Kontrolle und Anweisungen. Zweckmäßigerweise liegt  in den meisten Fällen der Schwerpunkt der Verantwortung auf der Seite des Betreibers einer Ladestelle (Hausrecht). Zum Abschluss der Beladung kommt jedoch immer noch einmal der Fahrer ins Spiel: er hat aufgrund des „Auffangtatbestandes“ § 23 der Straßenverkehrsordnung zu garantieren, dass die Ladung seines Fahrzeugs sicher ist.
Informationen zur Sicherheit beim Be- und Entladen sowie zur Ladungssicherung finden sie auch in Veröffentlichungen der Berufsgenossenschaften und in der VDI -Richtlinie 2700
.

Dialognummer: 21867
Stand: 27.08.2014

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