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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Türen, Tore, Fenster

Frage:

Müssen automatische Türen mit "Kombisensoren RBM + AIR" gem. DIN 18650 zum Schutz gegen Anstoßen bei der Schließfahrt nachgerüstet werden?

Antwort :

Zum sicheren Umgang mit Türen fordert die gleichnamige DGUV-Information 208-023 (bisher: BGI 861-2):
"Türen müssen derart konstruiert und ausgeführt sein, dass sich bei ihrer bestimmungsgemäßen Benutzung oder ihrem Betrieb keine unannehmbaren Unfallgefahren ergeben (siehe Anhang I Ziffer 4 der europäischen Bauprodukten-
Richtlinie, umgesetzt durch das Bauproduktengesetz).
Kraftbetätigte Türen dürfen nur in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden, wenn sie die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährden (siehe § 2 der Maschinenverordnung)".

In Arbeitsstätten sind zudem die Regelungen der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.7 - Türen und Tore, insbesondere Ziffer 6 "Sicherung gegen mechanische Gefährdungen" zu beachten:

(1) Bei kraftbetätigten Türen und Toren muss eine wirksame Sicherung vor mechanischen Gefährdungen bis zu einer Höhe von 2,50 m über dem Fußboden oder einer anderen dauerhaften Zugangsebene vorhanden sein. Dies kann durch eine einzelne oder eine Kombination der folgenden Sicherungsmaßnahmen erreicht werden:
•Einhalten von Sicherheitsabständen (siehe Abs. 5 bis 8),
•Einbauen von trennenden Schutzeinrichtungen an den Schließkanten, wie Gehäuse, Abdeckungen, Verkleidungen, feststehende Schutzflügel,
•Formgebung von Flügeloberflächen und vorstehenden Teilen in geeigneter Weise,
•Torbetätigung mit einer manuellen Steuerung ohne
Selbsthaltung (Totmannsteuerung, siehe Punkt 8.1),
•Begrenzung der Kräfte, die durch den Torflügel erzeugt werden, wenn er auf eine Person oder einen Gegenstand auftrifft,
•Einbau von schaltenden Schutzeinrichtungen (druckempfindliche oder berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen).

Die Normen DIN 18650-1 „Automatische Türsysteme; Produktanforderungen und Prüfverfahren“ und DIN 18650-2 „Automatische Türsysteme; Sicherheit an automatischen Türsystemen“ enthalten sicherheitstechnische Regeln für den Bau und die Ausrüstung kraftbetätigter Türen. Sie fordern keine Nachrüstung der vor dem Gültigkeitsdatum in Verkehr gebrachten Türen.

Bei der Sicherung automatisch gesteuerter Türen sind zudem die unterschiedlichen Benutzergruppen (z.B. Kinder, Menschen mit Behinderungen, gebrechliche Personen) besonders zu berücksichtigen.

Die spezifischen Anforderungen muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermitteln, wobei die BGI 861-2 sowie die ASR A1.7 hierzu einige Gestaltungsbeispiele liefern.

Ob darüber hinaus baurechtliche Anforderungen zu beachten sind, kann von uns leider nicht beantwortet werden. Eine diesbezügliche Anfrage sollte umittelbar an die zuständige Baubehörde gerichtet werden.

Dialognummer: 21368
Stand: 18.06.2014

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