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Nutzerpfad: Familie und Beruf > Kinderbetreuung / Familienzentren > Schulzeit
Stichworte: Muss der Arbeitgeber bei der Festlegung von Schichtzeiten keine Rücksicht auf die Betreuung von Kindern nehmen?

Frage:

Ich arbeite im Schichtdienst bei einem Verkehrsunternehmen und bin somit viel und lange unterwegs. Meine Frau arbeitet im Einzelhandel in den Zeiten von 6-20 Uhr. Nun unser Problem... wir haben einen 9 jährigen Sohn der noch nicht den halben Tag alleine bleiben kann. Wir können auch nicht immer auf Hilfe von Freunden und Verwandte hoffen und eine Tagesmutter etc. können wir uns nicht leisten. Bisher hat es bei meiner Frau ganz gut geklappt mit den Schichteinteilungen, dass der Junge eigentlich immer betreut war. Also, wenn ich da war, konnte sie spät arbeiten, ansonsten halt nicht. Jetzt auf einmal möchte ihr Arbeitgeber, dass sie mehr Spätschichten übernimmt. Was aber aus Betreuungssicht eines Minderjährigen unter 12 nicht machbar ist und der Arbeitgeber besteht auf Spätschichten. Reden haben wir versucht, Anwalt macht uns auch keine Hoffnungen, es gibt keinen Betriebsrat, keine Tarifvereinbarungen etc. Scheinbar können sie alles mit uns machen was sie wollen. Nur w as ist mit dem Kind? Was ist wenn was passiert? Sie kann doch jetzt nicht deswegen in die Arbeitslosigkeit gehen nur weil der Arbeitgeber sich stur stellt. Meine Frau zeigt ihm sogar (bietet ihm an)wann sie wie arbeiten kann, damit das Kind versorgt ist. Gibt es denn da keine Regelung im Gesetz, das die Btreuung von Kindern in solchen Fällen vorsieht? Ein 9 jähriger kann nicht von 15 Uhr - 20:30 Uhr alleine zu hause bleiben!!!!


Antwort :

Richtig ist, dass, Ihr Kind  nicht so lange unbeaufsichtigt alleine zu Hause sein kann und Sie sich als Eltern fürsorglich zeigen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Kinderbetreuung ist vor allem für  unter Ein- bis Sechsjährige geregelt. Für schulpflichtige Kinder ist der Anspruch wesentlich weicher formuliert. Das Sozialgesetzbuch VIII, § 24 "Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege" (4) besagt: Für Kinder im schulpflichtigen Alter ist ein bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen vorzuhalten." http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/24.html
Das Angebot am Nachmittag wird jedoch i.d.R. sowohl in der Grundschulbetreuung wie auch in den Kindertagesstätten nur bis zum Nachmittag vorgehalten, d.h. bis 16 oder 17 Uhr. Sprechen Sie mit Ihrem Jugendamt. Vielleicht gibt es schon eine Einrichtung, die flexibel bis in die Abendstunden geöffnet hat. Vielleicht hilft für die Überbrückungszeit auch eine Tagesmutter, die Ihnen vom Jugendamt vermittelt werden kann. Fragen Sie im Jugendamt, ob Sie eine Bezuschussung zu den Tagesmutterkosten erhalten können. Die Regelungen dazu sind in jeder Kommune anders!
Da der Arbeitgeber Ihrer Frau sich nicht familienfreundlich verhält, wie ist es mit Ihrem Arbeitgeber "Bahn"?
Gesetzliche Verpflichtung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf  für Unternehmen gibt es nicht, lediglich Empfehlungen, z.B. über das Bundesprogramm "Erfolgsfaktor Familie" www.erfolgsfaktor-familie.de/, das zahlreiche Anregungen für Unternehmen enthält.

Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.





Dialognummer: 21347
Stand: 14.06.2014

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