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Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Klimatische Anforderungen
Stichworte: Gilt die DIN 33403 Teil 5, die sich mit Klimabedingungen am Arbeitsplatz beschäftigt, auch für Arbeitsplätze im Außendienst?

Frage:

Guten Tag, ich bin in einem Unternehmen der Postbranche beschäftigt. Wir stellen uns die Frage, ob die DIN 33403 Teil 5, die sich mit Klima Bedingungen am Arbeitsplatz beschäftigt, auch auf Arbeitsplätze im Außendienst, in diesem Fall Briefzustellbezirke, bezieht. Diese Arbeitsplätze verfügen weder über eine, Arbeitgeberseitig zur Verfügung gestellte Möglichkeit, sich aufzuwärmen noch auf die Toilette zu gehen. Vielen Dank für die Beantwortung Nachfrage: Die Frage nach Toiletten oder Pausenräumen wurde leider nicht beantwortet.

Antwort :

Im Anwendungsbereich der DIN 33403, Teil 5 heißt es:

"Diese Norm gilt für Kältearbeitsplätze (mit regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeiten) in Arbeitsräumen, in denen eine Lufttemperatur von +15 °C oder niedriger (bis unter -50 °C) vorhanden ist.

Diese Norm gilt nicht für:
- Arbeiten im Freien,
- ..."

Damit fallen Arbeiten im Freien wie die hier beschriebenen Arbeitsplätze im Außendienst nicht in den Anwendungsbereich dieser Norm. Entsprechend sind die darin enthaltenen Empfehlungen nicht unmittelbar übertragbar.

Unabhängig davon gilt das Arbeitsschutzgesetz -ArbSchG-, nach dem "der Arbeitgeber durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln hat, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind." (§ 5 ArbSchG)

In diesem Zusammenhang bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) speziell für den Aufgabenbereich "Zustellen von Sendungen" zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz eine Broschüre (BGI/GUV-I 8637 Dezember 2008) sowie Checklisten (BGI/GUV-I 8637-1 Dezember 2009) an.

Ergänzung nach Bewertung:
Die Arbeitsstättenverordnung -ArbStättV- gilt für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten. Arbeitsstätten sind Orte in Gebäuden oder im Freien, die sich auf dem Gelände eines Betriebes oder einer Baustelle befinden und die zur Nutzung für Arbeitsplätze vorgesehen sind bzw. andere Orte in Gebäuden oder im Freien, die sich auf dem Gelände eines Betriebes oder einer Baustelle befinden und zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben.
Die angesprochenen Arbeitsplätze im Außendienst fallen somit nicht unter die ArbStättV. Insofern kann diese Verordnung auch nicht als Rechtsgrundlage herangezogen werden.

Der Arbeitgeber hat im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - die hygienischen Anforderungen zu ermitteln, zu beurteilen und entsprechend dem Ergebnis die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Bei Fragen der Hygiene ist immer der Betriebsarzt zu beteiligen.

Kommt der Arbeitgeber zu dem Ergebnis (wovon auszugehen ist), dass eine Toilette erforderlich ist, könnte z. B. eine entsprechende (schriftliche) Vereinbarung mit einer Gaststätte, einem Kaufhaus oder einer Tankstelle geschlossen werden, mit dem Ziel, die dort vorhandene(n) Toilette(n) jederzeit benutzen zu können. Im Betriebshof hat der Arbeitgeber entsprechend der ArbStättV Toilettenräume und Pausenräume (für seine Beschäftigten) bereitzustellen.




Dialognummer: 21268
Stand: 04.06.2014

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