Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch Stäube
Stichworte: Kann das Einatmen von Wolframstaub gesundheitsschädlich sein?

Frage:

Kann das Einatmen von Wolframstaub (minimale Menge), beim Anschleifen einer Spitze an Rundmaterial 3mm,gesundheitsschädlich sein?

Antwort :

In der Stellungnahme wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem beschriebenen Material um metallisches, chemisch reines Wolfram mit den üblichen geringfügigen Verunreinigungen handelt. Möglicherweise gefährliche Zuschlagstoffe (z.B. bei Schweißelektroden etc.) sind nicht berücksichtigt.

1. Toxizität von Wolfram
Toxische Wirkungen von Wolfram sind in der Literatur kaum bekannt. Lediglich ein Aktivitätsabfall bei Ratten nach Aufnahme hoher Wolframatmengen sowie Wirkungen von Wolframatsalzen auf bestimmte Bakterien wurden beobachtet. Krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Wirkungen sind ebenfalls nicht beschrieben. Im Arbeitsschutz spielt lediglich die leicht reizende Wirkung von Wolframstaub auf die Haut bzw. Augen eine Rolle.

2. Grenzwerte
Von den gesamten im Atembereich eines Arbeitnehmers vorhandenen Schwebstoffen wird lediglich ein Teil eingeatmet. Er wird als einatembarer Anteil bezeichnet und messtechnisch als einatembare Fraktion erfasst. 
Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) nach der neuen Gefahrstoffverordnung sind Grenzwerte für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. Nach der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit vom 31. Dezember 2004 –IIIB3-35122 enthält die „neue Gefahrstoffverordnung“ keine Übergangsregelungen für das technische Regelwerk (TRGS), so dass diesem zukünftig eine andere rechtliche Bedeutung zukommt. Bisherige TRGS können künftig lediglich als Auslegungs- und Anwendungshilfe herangezogen werden, soweit inhaltliche Regelungen nicht im Widerspruch zur neuen Verordnung stehen. Da z.Zt. noch keine AGW veröffentlicht sind, können die Luftgrenzwerte der (alten) TRGS 900 (Technische Regel für Gefahrstoffe 900 „Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz –Luftgrenzwerte“) als Orientierungshilfe angesehen werden, da zumindest die bisherigen MAK-Werte voraussichtlich in AGW überführt werden.Luftgrenzwerte sind dort Schichtmittelwerte bei in der Regel täglich achtstündiger Exposition und bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden (in Vierschichtbetrieben 42 Stunden je Woche im Durchschnitt von vier aufeinanderfolgenden Wochen). In der TRGS 900 ist für Wolframstaub ein Luftgrenzwert (Schichtmittelwert für die einatembare Fraktion) von 5 mg/m³ bekannt gegeben.

3. Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsbereichsanalyse
Grundsätzlich hat der Arbeitgeber für jeden Arbeitsplatz in seinem Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz zu erstellen. Ein spezieller Teil davon ist die Auseinandersetzung mit freiwerdenden Gefahrstoffen i.S. des § 7 der Gefahrstoffverordnung. Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden.

4. Persönliche Einschätzung
Unter Zugrundelegung der Eigenschaften von metallischem Wolfram, welches aufgrund einer Passivierung im menschlichen Körper nahezu unlöslich ist, sowie der sonstigen toxischen Eigenschaften einschließlich der bei dem beschriebenen Umgang zu erwartenden geringen Mengen ist bei Einhaltung grundsätzlicher hygienischer Regeln keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten. Arbeitnehmer, die Umgang mit Wolframstäuben haben, ist jedoch zu empfehlen die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung zu erfragen.

5. Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Stoff Wolfram bietet die Stoffdatenbank der gewerblichen Berufsgenossenschaften – GESTIS-Stoffdatenbank im Internet unter: http://www.hvbg.de/d/ziguv/hvbgdb.htm

Stand: 26.10.2005 

 


Dialognummer: 2073

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.