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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Durchführung von Prüfungen
Stichworte: Können thermografische Untersuchungen die Erstprüfung und wiederkehrenden Prüfungen ersetzen?

Frage:

Aus dem Energiewirtschaftsgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) resultiert die Verpflichtung, Arbeitsmittel nach der Montage, nach einer Änderung oder Instandsetzung vor der Wiederinbetriebnahme, nach den Erweiterungen sowie wiederkehrend im Betrieb zu prüfen. Die technischen Regeln des VDE, fordern die Prüfungen in bestimmten Zeitabständen. DIN VDE 0105 stellt den ordnungsgemäßen Zustand der elektrischen Anlage“ fest.
Können thermografische Untersuchungen die Erstprüfung und wiederkehrenden Prüfungen ersetzen?

Antwort :

Nein!

Die Thermografie kann die vorgenannten wiederkehrenden Prüfungen nicht ersetzen. Vor allem ist sie kein Ersatz für die notwendigen Sichtkontrollen, Funktionsprüfungen, Strommessungen usw., die im Rahmen der vorgenannten wiederkehrenden Prüfungen durchgeführt werden müssen. Sie stellt jedoch eine hilfreiche, ergänzende Messmethode dar und ermöglicht insbesondere Untersuchungen und Bewertungen von Anlagen, Teilen von Anlagen oder Betriebsmitteln, die bisher nur schwer oder mit hohem Aufwand möglich waren. Thermografie gehört somit heute zum Stand der Sicherheitstechnik.

Informationen zur Thermografie finden Sie hier.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 3 der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - ist der Arbeitgeber verpflichtet, u. a. auch eine Gefährdungsbeurteilung für Anlagen, Teile von Anlagen und Betriebsmittel zu erstellen. Hierbei hat er mögliche Gefährdungen zu ermitteln, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenminderung "eigenverantwortlich" festzulegen und diese umzusetzen.

In die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sind die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, insbesondere die TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung", die TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" ff, die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerke, wie z. B. die
DGUV Vorschrift 3 (bisher: BGV A3) "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" sowie die Betriebs- bzw. Bedienungsanleitungen der Hersteller von Anlagen, Teilen von Anlagen und Betriebsmitteln einzubeziehen.

Mit der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber u. a. auch die erforderlichen Prüfungen und Prüffristen der Anlagen, Teile von Anlagen oder Betriebsmittel festlegen. Abweichungen vom "Technischen Regelwerk" der berufsgenossenschaften Vorschriften bzw. von den Vorgaben in der/den Betriebsanleitung/en der/s Hersteller/s sind grundsätzlich möglich, müssen aber in der Gefährdungsbeurteilung "gerichtsfest" dokumentiert werden. Im Schadensfall werden solche Abweichungen oft sehr kritisch hinterfragt.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützt.

Hinweis:
Weitere Hinweise finden Sie in den berufsgenossenschaftlichen Informationen DGUV Information 203-070
(bisher: BGI 5090)" Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel" oder in der DGUV Information 203-049 (bisher: BGI/GUV-I 8524) "Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel".


Dialognummer: 20154
Stand: 23.05.2016

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