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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA
Stichworte: Dürfen im OP-Bereich Schuhe ohne Fersenriemen (sogenannte OP-Clogs) getragen werden?

Frage:

Was muss bei der Beschaffung von Schuhen für den Operationsbereich im Krankenhaus beachtet werden? Ist es gesetzlich vorgeschrieben, Schuhe mit Fersenriemchen zu tragen oder können die vorwiegend eingesetzten sogenannten OP-Klogs weiterhin getragen werden? Sind die Mitarbeiter versichert, wenn Schuhe ohne Versenriemchen getragen werden?

Antwort :

In arbeitsschutzrechtlichen Gesetzen werden Anforderungen an die Ausführung von Schuhen im OP-Bereich nicht festgelegt.
Die möglichen Gefährdungen und die nötigen Schutzmaßnahmen muss der Arbeitgeber grundsätzlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 5 Arbeitsschutzgesetz) ermitteln und festlegen.
Nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 Allgemeine Vorschriften bzw. GUV-V A1, § 4 Persönliche Schutzausrüstung, muss Fußschutz vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, wenn mit Fußverletzungen durch Stoßen, Einklemmen, umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände, durch Hineintreten in spitze und scharfe Gegenstände oder durch heiße Stoffe, heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu rechnen ist. Diese Rahmenbedingungen werden im OP-Bereich in der Regel nicht vorliegen, sodass spezielle (Arbeits-) Schutzschuhe nicht getragen werden müssen. Aus Gründen des Patientenschutzes können sich weitere Anforderungen, z.B. hygienische Anforderungen ergeben.
Die Schuhe sind eher der Dienstkleidung oder zur Berufs- bzw. Arbeitskleidung zuzurechnen. Dieses müsste aber im Einzelfall konkret geprüft werden.
Informationen zur Auswahl von Sicherheitsschuhen, Schutzschuhen und Berufsschuhen als Fußschutz bieten die berufsgenossenschaftlichen Regeln BGR 191. Grundsätzlich sollen Schuhe dem Fuß Halt geben und auch vor dem Umknicken schützen. Gemäß Ziffer 3.1.5.2.1 BGR 191 darf der Fersenbereich bei Schuhen Klassifizierungsart I (Schuhe aus Leder oder anderen Materialien, hergestellt nach herkömmlichen Schuhfertigungsmethoden (z.B. Lederschuhe)) der Form A (Halbschuh) auch offen sein, beim Berufsschuh sogar Form A und B.
Zu empfehlen sind aber eher s.g. Service-Schuhe, u.a. mit Fersenhalt und Fersendämpfung um gelenkschonend das Körpergewicht und die Gehkraft auf den Boden zu übertragen. Wir empfehlen, bei der Auswahl der Schuhe im OP-Bereich den Betriebsarzt zu beteiligen.
Das getragene Schuhwerk hat keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz durch die Unfallversicherung.
Weitere Informationen bietet die berufsgenossenschaftliche Aktion „Sichere Auftritt“, Internet:
http://www.sicherer-auftritt.de
 bzw.
http://www.bgw-online.de (Unfallursache Schuh)

Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird im Internet unter http://www.recht.com/hvbg bzw. das Regelwerk der Unfallkassen unter http://regelwerk.unfallkassen.de
 angeboten.

Stand: 10.10.2003


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