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Stichworte: In welche Risikogruppe wird eine Wurmzucht nach Biostoffverordnung eingestuft?

Frage:

Ich plane den Bau einer Halle zur Wurmzucht, der Bauantrag ist in Bearbeitung. Nun steht die Frage zur Einstufung nach der Biostoffverordnung an. Das Ausgangsprodukt ist Torf und Rotwürmer, das Endprodukt sind die Würmer (Vermehrung) und der Wurmhumus. Der Wurmhumus wird vornehmlich in der Baumpflege verwendet und dorthin verkauft. Ich bin mir sicher, dass eine Einstufung in die Risikogruppe 1 vorliegt, nur wie begründe ich das?

Antwort :

Der Riesen-Rotwurm (Dendrobaena spec.) ist kein biologischer Arbeitsstoff im Sinne der Biostoffverordnung, da er weder ein Mikroorganismus noch ein humaner Endoparasit ist, der beim Menschen Infektionen oder toxische Wirkungen hervorrufen kann. Über allergische Wirkungen z.B. bei Hautkontakt ist hier nichts bekannt. Oligochaeten - zu denen der Rotwurm gehört - enthalten in Darm und Samenblasen häufig Parasiten (Ciliaten, Flagellaten, Gregarinen und Kratzer), in der Literatur findet sich jedoch kein Hinweis auf Humanpathogenität der auftretenden Arten. Die Haltung und Vermehrung der Würmer im Torfsubstrat und die Herstellung von Humus entspricht dagegen einer nicht gezielten Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen. Das Risiko ist vergleichbar den in der TRBA 211 beschriebenen Elementen biologischer Abfallbehandlungsanlagen: Rottesysteme, Feinaufbereitung und Lagerung. Aufgrund des homogenen Ausgangsmaterials Torf wird das Risoko als gering eingestuft und die Schutzstufe 1 als angemessen angesehen. Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen hat. Sollte diese das Auftreten von Bakterien oder Pilzen höherer Risikogruppen aufzeigen, sind entsprechende Schutzmaßnahmen nach TRBA 211 zu ergreifen. Stäube, die Schimmelpilze und Bakterien (Aktinomyceten) enthalten, sind in der TRGS 907 als sensibilisierende Gefahrstoffe bewertet.


Stand: Mai 2003


Dialognummer: 1887

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