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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen > Lagerung von Gefahrstoffen
Stichworte: Dürfen in einem Farblager mit Sprinkleranlage (Löschmittel: Sprühwasser) neben 600 l Farben auch 300 l Lösungsmittel (geeignetes Löschmittel: Wassersprühnebel) gelagert werden?

Frage:

Bisher werden in einem passiven Farblager mit Sprinkleranlage, ca. 600 l Farben (geeignetes Löschmittel = Sprühwasser) gelagert.
Ist es zulässig, zusätzlich auch die dazugehörige Verdünnung (ca. 300 l; geeignetes Löschmittel = Wassersprühnebel) zu lagern?

Antwort :

Grundsätzlich ist die Lagerung von Gefahrstoffen in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) (z.B. Anhang 1, Nr. 1.5) und teilweise in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt. Konkretisiert werden die Anforderungen beispielsweise in der TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern". In dieser TRGS finden Sie unter Nr. 6 Maßnahmen zum Brandschutz.

Konkrete Anforderungen hinsichtlich der Brandschutzanforderungen in Bezug auf die Farben und Lösungsmittel enthalten die zugehörigen Sicherheitsdatenblättern. Gemäß Ihren Angaben wird dabei für die Farben Sprühwasser und für die Verdünnung Wassersprühnebel als geeignetes Löschmittel angegeben.

Der Bundesverband Technischer Bransschutz definiert Wassernebel-Löschanlagen wie folgt:

"Bei einer Wassernebel-Löschanlage werden sehr kleine Wassertropfen als Löschmittel eingesetzt. Die durchschnittliche Größe eines Wassertropfens liegt bei ca. 10 μm bis 100 μm (Vergleich Feinsprüh-Löschanlagen: 250 μm bis 500 μm). Da die Löschdüsen sehr feine Wassertropfen versprühen, kann dadurch die spezifische Oberflächengröße der Wassermenge um ein Vielfaches vergrößert werden. So wird dem Feuer schnell eine große Menge an Energie entzogen und der Kühleffekt des Löschmittels Wasser kann optimal genutzt werden. Zudem können die Löschwassermenge und somit auch die Wasserbevorratung, sowie Schäden durch das Wasserlöschmittel reduziert werden.

Für eine perfekte Löschwirkung ist eine optimale Mischung aus Tropfengröße und Tropfengeschwindigkeit unerlässlich:
Tropfen sind zu groß: Prellen die Tropfen auf die Flammenzone, zerplatzen diese. Dadurch wird ein Teil der Wassermenge wieder vom Brandherd weggeschleudert.
Tropfen sind zu klein: Die Tropfen werden durch die Thermik der Brandgase vom Feuer weggetragen.

Für eine optimale Brandbekämpfung müssen die Wassertropfen direkt in die Flammen geschossen werden, um so löschwirksam in die Flammen einzudringen."

Ob der Wassersprühnebel als Löschmittel für die Farben oder umgekehrt das Sprühwasser als Löschmittel für die Verdünnung geeignet ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Hier sollten Sie die Hersteller der Farben und Lösemittel zu Rate ziehen. 


Dialognummer: 18469
Stand: 06.05.2013

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