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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen
Stichworte: Welche Mengen an Lacken/Lösungsmittel dürfen in einem explosionsgeschütztem Raum vorhanden sein und welche Anforderungen gelten?

Frage:

In einem explosionsgeschützten Raum werden verschiedene Arbeiten (Lack-Spritzen, Lack-Mischen, Reinigungsarbeiten an Waschbehältern mit Aceton etc.) durchgeführt. Welche Mengen an Lacken/Lösungsmittel dürfen in diesem Raum vorhanden sein und welche Anforderungen werden an die Gefäße gestellt? - Welche Vorschriften sind hierfür relevant?


Antwort :

1. Allgemeines / Voraussetzungen
1.1 Explosionsschutz
Für den Explosionsschutz in dem Raum und bei den verwendeten Geräten ist der 2. Abschnitt der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV maßgebend. Es wird vorausgesetzt, dass ein Explosionsschutzdokument vorliegt und die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt sind.
 
1.2 Baulicher Brandschutz
Die Beschränkung der Mengen - und damit des Brandpotentials - ergibt sich als Forderung aus dem neuen Anhang III Nr.1 der Gefahrstoffverordnung. Da es dazu noch keine Regelungen gibt, bleiben die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten - VbF und die Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten - TRbF als Stand der Technik maßgebend. Da die Verbindlichkeit des Regelwerkes generell gelockert worden ist, können die erforderlichen sicherheitstechnischen Maßnahmen im Einzelfall modifiziert werden, soweit die gleiche Sicherheit auf andere Art und Weise gewährleistet ist. So kann z.B. die Forderung, "keine Lagerung im Arbeitsraum" gelockert werden, wenn dadurch die zulässige, im Arbeitsgang befindliche Menge nicht wesentlich erhöht wird oder wenn andere Ersatzmaßnahmen als ein Schrank nach TRbF 22 vorgesehen werden.

2. Welche Mengen an entzündlichen Flüssigkeiten dürfen in Arbeitsräumen ”vorhanden” sein?
a) in Arbeitsräumen dürfen entzündlihe Flüssigkeiten (Lösemittel, Lacke) nur in Mengen bereitgehalten werden, die für die Durchführung und den Fortgang der Arbeit unbedingt erforderlich sind. Diese Menge hängt von den durchgeführten Verfahren ab.
b) Im Gegensatz zur Bereitstellung von entzündlichen Flüssigkeiten, ist die ungeschützte Lagerung von entzündlichen Flüssigkeiten in Arbeitsräumen verboten. Um Lagerung handelt es sich, ”wenn sich entzündliche Flüssigkeiten nicht im Arbeitsgang befinden und nicht für den Fortgang der Arbeit bereitgehalten werden”.
Die Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten ist aber erlaubt, ”sofern die Lagerung mit dem Schutz der Arbeitnehmer vereinbar ist und in besonderen Einrichtungen erfolgt, die dem Stand der Technik entsprechen”. Bei diesen Einrichtungen handelt es sich zum Beispiel um Sicherheitsschränke nach DIN 12925, Teil 1. Der Einsatz und Betrieb von Sicherheitsschränken ist in der TRbF 22 geregelt. In der TRbF 22 werden u.a. auch Aussagen zur erlaubten Lagermenge in Abhängigkeit von der Feuerwiderstandsfestigkeit und vom Flammpunkt des Lösungsmittels gemacht.

3. Welche Anforderungen werden an die Gefäße gestellt?
In den Vorschriften zur Lagerung finden sich keine konkreten Anforderungen an die Beschaffenheit der Gebinde. Es wird lediglich zwischen zerbrechlichen Gefäßen und sonstigen Behältern unterschieden. Zweifellos zulässig sind die gefahrgutrechtlich zugelassenen Gefäße für den Transport. Werden andere Gefäße verwendet, so ist deren Gleichwertigkeit im Rahmen der Gefährdungsermittlung nachzuweisen. Wichtig: Die Gefäße sind richtig zu kennzeichnen.

4. Vorschriften, Richtlinien, Merkblätter
- Betriebssicherheitsverordnung vom 27. September 2002
- Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) als Stand der Technik insbesondere hier §11 - ”Unzulässige Lagerung”
- Technische Regel für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) 22 ”Lagereinrichtungen in Arbeitsräumen (Sicherheitsschränke)”
- Gefahrstoffverordnung
- BG-Information ”Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe” - Bauliche Einrichtungen, Brand- und Explosionsschutz, Betrieb” (BGI 740, früher ZH1/319) .

Dialognummer: 1829
Stand: 01.01.2003

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