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Nutzerpfad: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Sicheres Verhalten / Erkennen von Gefährdungen > Arbeiten mit Absturzgefahr
Stichworte: Ab welcher Wassertiefe sind bei Arbeiten über Wasser (Bootsaußenseite) Absturzsicherungsmaßnahmen erforderlich?

Frage:

Ein Handwerker führt an Deck eines Bootes in ca. 80 cm über der Wasseroberfläche Malerarbeiten aus. Bei 0 m sind Absturzsicherungsmaßnahmen an oder über Stoffen, in denen man versinken oder ertrinken kann, notwendig. Ab welcher Wassertiefe ist PSA gegen Absturz anzulegen, sofern keine kollektiven Rettungsmaßnahmen zur Verfügung stehen?

Antwort :

Die Wassertiefe ist unerheblich.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - hat der Arbeitgeber durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit Ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Hierbei ist er  verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützt.

Als Arbeitgeber/Unternehmer unterliegt er zudem der Einhaltung der Vorschriften seiner Berufsgenossenschaft. Hierbei hat er neben der BGV A1 "Grundsätze der Prävention" insbesondere auch die BGV C 22 "Bauarbeiten" nebst BGV/GUV-V C 22 DA,
die BGR 201 " Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Ertrinken" und das Merkblatt D 196 "Arbeiten am Wasser" bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Abweichungen vom "Technischen Regelwerk" sind grundsätzlich möglich, müssen aber in der Gefährdungsbeurteilung "gerichtsfest" dokumentiert werden.

Hinweis:
Die Wassertiefe spielt insofern keine Rolle, da Beschäftigte durch andere Einflüsse, wie z. B. körperliches Unwohlsein, Übelkeit, Schlaganfall, Herzinfarkt etc. ohnmächtig bzw. bewegungsunfähig werden können, so dass sie auch in geringen Tiefen beim Eintauchen bzw. Versinken ertrinken, bevor andere Rettungsmaßnahmen ergriffen werden können.


Dialognummer: 18113
Stand: 11.03.2013

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