Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Lager, Lagerung
Stichworte: Dürfen Maschinenöle als Frischware in 200 l-Fässern in Arbeitsräumen gelagert werden?

Frage:

Dürfen Maschinenöle (Hydraulik-, Getriebeöle etc.mit Flammpunkt größer 100 °C) als Frischware in 200 l-Fässern in Arbeitsräumen gelagert werden? Sind, obwohl es sich nicht um brennbare Flüssigkeiten handelt, Brandschutzanforderungen zu berücksichtigen? Gibt es hierzu aus Brandschutzsicht eine kapazitive Lagergrenze?

Antwort :

Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV - bedarf die Lagerung von frischem Maschinen- oder Motoröl nicht der Erlaubnis, da es sich im Regelfall nicht um eine entzündliche bzw. leicht- oder hochentzündliche Flüssigkeit handelt. Handelt es sich aber um gebrauchtes Maschinen- oder Motoröl, so ist dieses per Definition zumindest eine leichtentzündliche Flüssigkeit, wenn der Flammpunkt unbekannt ist.

Lageranlagen für entzündliche, leichtentzündliche oder hochentzündliche Flüssigkeiten sind erst ab einem Gesamtrauminhalt von mehr als 10.000 Litern erlaubnispflichtig.

Die Lagerung von entzündlichen Gefahrstoffen ist grundsätzlich ein gefahrstoffrechtliches Problem; hierbei ist die TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern" heranzuziehen. Bei einer solchen Lagerung ist u. a. aber auch neben der Eignung der Verkehrs- und Lagerflächen auf den Grundwasserschutz, den Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer sowie den Brandschutz bzw. die Vermeidung von Explosionsgefahren zu achten. Darüber hinaus sind bei der Lagerung von Motor- und Maschinenöl die wasserrechtlichen Anforderungen einzuhalten, die bei den Unteren Wasserbehörden der Städte oder Kreise zu erfragen sind.

Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - in Verbindung mit § 3 Arbeitsstättenverordnung  - ArbStättV - und § 3 BetrSichV ist eine Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsbereich zu erstellen, mit der Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten erfasst, bewertet und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr festgelegt und dokumentiert werden. Bezüglich des Brandschutzes gibt Kapitel 2.2 des "Anhangs Anforderungen an ArbStättV nach § 3 Abs. 1" erste Hinweise, die in  "Technische Regeln für Arbeitsstätten - ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände" konkretisiert werden.

Dialognummer: 17897
Stand: 11.02.2013

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.