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Stichworte: Wann ist eine Infektion ein Arbeitsunfall und wann eine Berufskrankheit?

Frage:

Betrifft: Differenzierung Arbeitsunfall von einer Berufskrankheit bei Infektionen

Als ich mich mit der BK 3101 beschäftigt habe, fiel mir auf, dass im Kommentar Mehrtens/Perlebach vom Arbeitsunfall bei einer Tuberculose gesprochen wurde.
Die meisten Infektionskrankheiten erwirbt man während einer Arbeitsschicht. Damit würde es der Definition eines Arbeitsunfalles entsprechen. Andererseits werden Infektionskrankheiten als Berufskrankheiten entschädigt (oder etwa nicht?).
Wann ist z.B. eine Tuberkulose oder AIDS ein Arbeitsunfall und wann eine Berufskrankheit?

Antwort :

Definitionsgemäß handelt es sich bei einem Arbeitsunfall um eine Körperschädigung durch eine plötzlich (definitionsgemäß längstens innerhalb einer Arbeitsschicht) auftretende Einwirkung auf den Körper von außen. Der Unfall muss bei versicherter Tätigkeit auftreten. Die Schädigung muss kausal auf die Einwirkung zurückzuführen sein, z. B. Fraktur eines Unterarmes durch einen Sturz. Nach der Definition des Sozialgesetzbuches VII sind Berufskrankheiten (BK) Krankheiten, die in der Liste der Berufskrankheitenverordnung als solche bezeichnet sind. Voraussetzung für die Anerkennung einer BK ist der Nachweis besonderer schädigender Einwirkungen, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Maße als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Dabei sind BK den Arbeitsunfällen gleichgestellt und werden nach Anerkennung wie diese entschädigt. Allgemein gilt der Grundsatz, dass unfallartige Ereignisse auch dann als BK behandelt werden, wenn sie innerhalb einer Arbeitsschicht erworben wurden, sofern sie in der BK-Liste aufgeführt sind. Berufsbedingte Infektionskrankheiten sind somit als BK anzusehen, also auch berufliche Tbc- und AIDS-Erkrankungen.


Stand: Mai 2003


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