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Nutzerpfad: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Technische Schutzmaßnahmen (6.)
Stichworte: Ist das tragen von FFP3 Masken bei Rettungskräften bei sogenannten "Infektionsfahrten" notwendig oder reichen auch FFP2 Masken aus?

Frage:

Atemschutz bei Rettungskräften
Ist das tragen von FFP3 Masken bei Rettungskräften bei sogenannten "Infektionsfahrten" notwendig oder reichen auch FFP 2 Masken aus. Die häufigste Übertragung findet über Tröpfchen (Niesen,Husten o.ä.) statt. Gegen Viren oder Bakterien würde auch eine FFP 3 Maske, meiner Auffassung, nach keinen ausreichenden Schutz bieten.
Nachstehend noch einige Hinweise zu den Tätigkeiten:
1) es handelt sich teilweise um gezielte Transportfahrten von infizierten, teilweise nicht. D.h. dem Personal ist vor der Fahrt manchmal bekannt/manchmal unbekannt, ob es sich um sogenannte Infektionsfahrten handelt (Patient mit
2)die Fahrzeuge und das Rettungspersonal ist darauf eingerichtet, wenn die Information im Vorfeld bekannt ist
3)größtenteils handelt es sich auch um routinemäßige Fahrten von Patienten (Verlegungen, Arztbesuche...) Der kleinste Anteil sind nicht routinemäßige Fahrten (Unfälle...) bei denen im Nachgang festgestellt wird, dass der Patient eine infektiöse Krankheit hatte.

Antwort :

Grundsätzlich sind im Rettungsdienst entsprechend der einschlägigen Regelwerke FFP2-Maken ausreichend, auch bei aerogen übertragenen Erregern der Risikogruppe 3 (Ausnahme: Viren).

Die TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege", die ausdrücklich auch im Rettungsdienst und bei Krankentransporten Anwendung findet (Nr. 1.2), fordert unter Nr. 4.2.8:

Werden Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch luftübertragbare Erreger der Risikogruppe 2 und höher behandelt, muss ein Mund-Nasen-Schutz bereitgestellt werden, der mindestens die wesentlichen Kriterien einer FFP1-Maske nach DIN EN 149 erfüllt.
Den Beschäftigten sind im Fall der Möglichkeit einer aerogenen Übertragung von biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 mindestens partikelfiltrierende Halbmasken FFP2 zur Verfügung zu stellen (Nr. 4.3.4). Kann eine aerogene Übertragung von Viren der Risikogruppe 3 nicht ausgeschlossen werden, sind FFP3-Masken erforderlich. Dies kann z. B. bei an Tropenkrankheiten erkrankten Patienten der Fall sein (Nr. 4.3.5).

Vergleichbares wird auch für die Influenza-Viren vorgeschrieben, nach Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza" sind in folgenden Fällen FFP2-Masken zu tragen (Nr. 6.3.1):
-im Umgang mit Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 3 erkrankt sind oder als Verdachtsfall gelten,
-im Umgang mit Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 2 erkrankt sind oder die als Verdachtsfall gelten, wenn die Patienten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Beschäftigte des Rettungstransportwagens haben bei Tätigkeiten am Patienten FFP2-Masken zu tragen (Nr. 7.2)
Wenn jedoch das Husten des Patienten provoziert wird (Intubation, Absaugung), sind FFP3-Masken zu tragen (Nr. 6.3.1).

Da gerade im Rettungsdienst der Erregertyp häufig während des Einsatzes noch nicht bekannt ist, wird in der Literatur (siehe Hinweis) allerdings häufig empfohlen, bei Verdacht einer aerogen übertragbaren Infektionskrankheit von vornherein den höherwertigen FFP3-Atemschutz zu tragen.

Hinweis:
Spors, J., Popp, W., Werfel, U., Hansen, S., Lembeck, T.: Infektionsgefahren im Einsatzdienst. Lehmanns Media, Berlin 2009

Dialognummer: 17650
Stand: 31.12.2012

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