Wissensdatenbank


Nutzerpfad: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter
Stichworte: Mutterschutz in kunststoffverarbeitendem Betrieb

Frage:

Darf eine schwangere Frau (Anfang 4. Monat, vorher Gefahr einer Fehlgeburt) in einem kunststoffverarbeitendem Betrieb beschäftigt werden?
Welche Tätigkeiten darf sie ausführen, wie muß der Arbeitsplatz gestaltet werden? Sie hat Angst vor den Gerüchen und den Dämpfen des schmelzenden Plastiks.
Wieviel Fahrzeit bzw. welche Entfernung ist noch zumutbar?
Welche besonderen Regeln gelten (und für Arbeiterinnen einer Leiharbeitsfirma) in o. a. Fall?

Antwort :

Ein generelles Beschäftigungsverbot in einem kunstoffverarbeitenden Betrieb besteht für eine Schwangere nicht. Nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft treten für den Arbeitgeber unaufgefordert und automatisch bestimmte Pflichten sowohl nach dem Mutterschutzgesetz - MuSchG als auch nach der Mutterschutzverordnung - MuSchV ein (§ 2 MuSchG und § 1 MuSchV) in Kraft.

Hierzu zählt eine rechtzeitige Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes unter der Einbeziehung der generellen Beschäftigungsverbote, die in § 4 Abs. 1. und Abs. 2 MuSchG konkretisiert sind.

Den Nachweis, dass ein sicherer Arbeitsplatz geschaffen ist, hat der Arbeitgeber nach § 5 des Mutterschutzgesetzes zu dokumentieren. Weiterhin ist der Arbeitgeber nach der Bekanntgabe einer Schwangerschaft verpflichtet, über diese Schwangerschaft die zuständige Arbeitsschutzbehörde unverzüglich zu informieren. Hierbei sind nicht nur die Generalien anzugeben, sondern auch die Art der Tätigkeit und die Arbeitszeiten.

Regelungen bezüglich zumutbarer Fahrzeit für Schwangere sind nicht bekannt. Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist (individuelles Beschäftigungsverbot gemäß § 3 Mutterschutzgesetz). Das Mutterschutzgesetz gilt für alle Frauen die in einem Arbeitsverhältnis stehen, auch für Leiharbeitsverhältnisse.

Weitere nützliche Informationen sind in den Faltblättern zum Mutterschutz der Arbeitsschutzverwaltung NRW zu finden.
Beratung bei Fragen zum Mutterschutz bieten auch die Arbeitsschutzbehörden (in NRW die Bezirksregierungen) an.


Dialognummer: 1764
Stand: 12.05.2011

Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig...

Sie helfen uns mit Ihrer Bewertung, die Qualität von KomNet stetig zu verbessern. Vielen Dank!

Die Beantwortung finde ich...
sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich
falsch (Bitte erläutern und ggf. E-Mail-Adresse angeben, wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten sollen)

Bitte teilen Sie uns hier Ihre Anmerkungen oder Anregungen zu diesem Dialog mit ...
Hier bitte keine neue(n) Frage(n) stellen!

Ihre E-Mail-Adresse, damit wir ggf. mit Ihnen in Kontakt treten können :


Impressum:
Anbieter dieser Internetseiten ist das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) als Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Anschrift: Ulenbergstr. 127-131, 40225 Düsseldorf
Telefon: (02 11) 3101 - 0
E-Mail: poststelle@lia.nrw.de

Inhaltlich verantwortlich:
Das LIA.NRW ist als Diensteanbieter nach § 7 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) für die eigenen Inhalte, die es zur Nutzung bereithält, nach den allgemeinen Vorschriften verantwortlich. Für die Inhalte der Antworten von KomNet oder einem darauf basierenden Dienst ist das dort angegebene Kompetenzcenter verantwortlich. Soweit ein Text von dritter Seite erstellt ist, wird der jeweilige Verfasser namentlich benannt. In diesen Fällen ist der Verfasser des jeweiligen Dokuments bzw. sein Auftraggeber für den Inhalt verantwortlich.

Es gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.
Um PDF-Dateien anzuzeigen und zu drucken benötigen Sie ein geeignetes Programm wie z. B. den Adobe-Reader. Diesen können Sie hier herunterladen.