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Nutzerpfad: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)
Stichworte: Dürfen Notduschen an das Betriebswassernetz angeschlossen werden?

Frage:

Ich habe eine Frage aus dem Bereich Trinkwasserhygiene. Ein Gebäude wird demnächst kernsaniert. Es handelt sich hierbei um ein Chemie-/Physikgebäude. Nach der Kernsanierung werden die Trinkwasserleitungen ab der Hauseinspeisung neu installiert. Der Planer hat vor, die „Wasserleitung“ für die Labore mittels eines Rohrtrenners vom Trinkwassersystem zu trennen. Nach dem Rohrtrenner/Systemtrenner wird das Wasser dann Betriebswasser genannt. Bis hierhin sehe ich kein Problem. An diesem Betriebswasser befinden sind aber etliche Labore, die mit Körper- und Augenduschen ausgestattet sind. Dürfen diese Notduschen an das Betriebswassernetz angeschlossen werden? Die DIN EN 15154 Teil 1 und Teil 2 fordert für Notduschen „…Trinkwasser oder Wasser ähnlicher Qualität nach europäischen oder nationalen Normen…“. Was versteht man dann unter "ähnlicher Qualität"? In den Laboren wird mit diversen Chemikalien (toxisch, cancerogen, erbgutverändernd usw.) gearbeitet. Ich sehe hier das Problem des Rückfließens/Rücksaugens gerade wenn diese Duschen benutzt werden.

Antwort :

Wenn in der DIN EN 15154 keine weiteren Bestimmungen über die Aussage "Trinkwasser oder Wasser ähnlicher Qualität" hinaus getroffen ist, muss vor Ort mit Hilfe der Techniker entschieden werden, ob dies mit Hilfe des Betriebswassernetzes gewährleistet werden kann. Ist nicht auszuschließen, dass cmr-Stoffe zurückfließen bzw. zurückgesogen werden, ist u. E. nicht mehr von Trinkwasser bzw. Wasser ähnlicher Qualität auszugehen.

In diesem Zusammenhang wollen wir auf Technische Regel für Gefahrstoffe 526 "Laboratorien" hinweisen, die folgende Konkretisierung zu Augennotduschen enthält:

"6.6.2 Augennotduschen
(1) In Laboratorien müssen – möglichst im Bereich der Körperdusche oder am Ausgussbecken – mit Wasser von Trinkwasserqualität gespeiste Augennotduschen so installiert sein, dass diese von jedem Arbeitsplatz aus unverzüglich erreichbar sind. Sie sollen beide Augen sofort mit ausreichenden Wassermengen spülen können. Das Stellteil der Ventile muss leicht erreichbar, verwechslungssi-cher angebracht und leicht zu betätigen sein. Ventile dürfen, einmal geöffnet, nicht selbsttätig schließen. Abweichend sind als Augennotduschen auch bewegliche Augennotduschen mit am Griff angebrachten selbsttätig schließenden Ventilen zulässig. Augenspülflaschen mit steriler Spülflüssigkeit sind zulässig, wenn kein fließendes Trinkwasser zur Verfügung steht. An jeder Auslassöffnung einer Augennotdusche müssen mindestens 6 l Wasser pro Minute austreten."


D. h. für Laboratorien im Anwendungsbereich der TRGS 526 ist die Anforderung sogar noch strenger, denn hier wir Trinkwasserqualität gefordert.

Weiterführende Informationen:
Auf die Hilfestellungen in der BGI 850-0 sowie unter http://www.filtec-industrie.de/notduschen/augenduschen-1.html weisen wir hin.

Dialognummer: 17417
Stand: 26.11.2012

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