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Nutzerpfad: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Individuell angepasste PSA
Stichworte: Ungeeignete Schutzkleidung und Schutzbrillen für Brillenträger bei Schweißarbeiten

Frage:

Bei uns im Betrieb haben wir Handarbeitsplätze, die den Arbeitsgang Schweissen verrichten. Die Arbeitsplätze sind immer wieder optimiert worden(ergonomisch). Die Mitarbeiter bekommen Schürzen und Schutzbrillen gestellt. Aber trotz der Schutzbrille kommt es zu Verbrennungen der eigentlichen Brille(Brillenträger), die die Mitarbeiter unter der Schutzbrille tragen. Die Schweissperlen gelangen zwischen Brille und Schutzbrille und zerstören die Brillengläser. Die Mitarbeiter haben in der Vergangenheit immer mal ein paar Euro vom Arbeitgeber aus Kulanzgründen bezuschusst bekommen. Wir, der Betriebsrat, sind aber der Meinung, dass den Mitarbeitern die entstandenen Sachschäden komplett ersetzt werden müssen. Die Mitarbeiter verbrennen sich auch regelmäßig die Kleidung (kleine Brandlöcher), die nicht durch die Schutzkleidung abgedeckt ist. Das tolerieren die Mitarbeiter aber noch.


Antwort :

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Sinne der PSA-Benutzungsverordnung ist jede Ausrüstung, die dazu bestimmt ist, von den Beschäftigten benutzt oder getragen zu werden, um sich gegen eine Gefährdung ihrer Sicherheit und Gesundheit zu schützen sowie jede mit demselben Ziel verwendete und mit der persönlichen Schutzausrüstung verbundene Zusatzausrüstung. Da persönliche Schutzausrüstungen Maßnahmen des Arbeitsschutzes darstellen, muss der Arbeitgeber nach § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG dafür auch die Kosten tragen. Aus Sicht des Arbeitsschutzes braucht der Arbeitgeber für Kleidungsstücke und Brillen, die dem persönlichen Bereich zuzurechnen sind, nicht aufkommen. Aus der Fragestellung wird nicht deutlich, ob es sich bei den Schweißarbeitsplätzen um Autogenschweißen oder Lichtbogenschweißen handelt. Beim Lichtbogenschweißen werden üblicherweise Schweißschutzschirme (auch zum Schutz der Haut vor der UV-Strahlung) verwendet.

Es stellt sich jedenfalls die Frage, ob die Schutzbrillen den Schutzzweck erfüllen, wenn beim Schweißen Schweißperlen zwischen Brille und Schutzbrille gelangen können. Bei Schweißern, die keine Brillenträger sind, würde bei den beschriebenen Beschädigungen beim Tragen unzweckmäßiger Schutzbrillen die Gefahr von Augenverletzungen bestehen. Wir empfehlen daher unter Beteiligung der Fachkraft für Arbeitssicherheit die Eignung der persönlichen Schutzausrüstung (Schutzbrille, Schutzschirme, Schutzkleidung) zu prüfen. Dabei sollte auch abgeklärt werden, dass für möglicherweise anfallende Schleifarbeiten geeignete Schutzbrillen zur Verfügung stehen, da es erfahrungsgemäß auch bei diesen Tätigkeiten zu Beschädigungen an Brillen kommen kann, wenn keine geeigneten Schutzbrillen zur Verfügung stehen.

Die Kostenfrage bei Beschädigung privater Kleidung und Gegenstände bei der betrieblichen Tätigkeit fällt in den arbeitsrechtlichen Bereich. Wir empfehlen, sich mit dieser Fragestellung ggf. an entsprechend autorisierte Stellen wie z.B. Angehörige der rechtsberatenden Berufe, Gewerkschaften, etc. zu wenden. Der Betriebsrat hat auch die Möglichkeit bezüglich der Kostenfrage dem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung vorzuschlagen. Informationen dazu werden in der KomNet-Datenbank unter dem Stichwort Betriebsvereinbarung angeboten.

Regeln für persönliche Schutzausrüstungen sowie die sicherheitstechnische Gestaltung finden sich in den berufsgenossenschaftlichen Regeln:
"Einsatz von Schutzkleidung" (BGR 189),
„Einsatz von Augen- und Gesichtsschutz" (BGR 192).

Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird unter http://publikationen.dguv.de  im Internet angeboten.


Dialognummer: 1709

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