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Stichworte: Wer bezahlt die Bestimmung des Toxoplasmose-Titers bei einer schwangeren Tierarzthelferin? Welche Konsequenzen hat ein negativer Titer?

Frage:

Wer bezahlt die Bestimmung des Toxoplasmose-Titers bei einer schwangeren Tierarzthelferin?
Welche Konsequenzen hat ein negativer Titer?

Antwort :

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen einer werdenden oder stillenden Mutter so zu gestalten, dass Leben und Gesundheit von Mutter und Kind durch die berufliche Tätigkeit nicht gefährdet werden.

Das bedeutet, dass der Arbeitgeber sofort nach Bekanntgabe der Schwangerschaft eine sorgfältige Beurteilung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen durchführen muss (Gefährdungsbeurteilung). Die Beurteilung erstreckt sich auf jede Tätigkeit, die die werdende oder stillende Mutter durchführt und beinhaltet Art, Ausmaß und Dauer der Gefährdung. 

Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung ist ggfs. der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin zu beteiligen, vor allen, wenn die Schwangere biologischen Gefährdungen ausgesetzt ist. Er/ Sie prüft u.a., ob positive oder negative Titer vorliegen. Die Kosten der Gefährdungsbeurteilung trägt der Arbeitgeber.

Werdende und stillende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind durch biologische Arbeitsstoffe gefährdet wird. Das Verbot gilt insbesondere auch für Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse, die ihrer Art nach erfahrungsgemäß Krankheitserreger übertragen können, wenn die Arbeitnehmerinnen diesen Krankheitserregern ausgesetzt sind, z. B. bei Labortätigkeiten, Untersuchungen von Blut, Kot, Urin, Anzüchtung von Krankheitserregern. Besondere Bedeutung haben u. a. folgende vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten: Toxoplasmose, Borreliose, Lymphozytäre Choriomeningitis, Tollwut, Tetanus, Salmonellose, Psittakose.

Infektionsrisiken können durch das Tragen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung, wie z. B. Handschuhe, Schutzbrille, Kittel, Atemschutz (z. B. partikelfiltrierende Halbmasken der Klasse FFP3) minimiert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Schutzwirkung von Schutzmaßnahmen beim Umgang mit stechenden, schneidenden, zerbrechlichen Geräten und Instrumenten oder durch Abwehrreaktionen der Tieren (Kratzen, Beißen) aufgehoben werden kann. Ein Umgang mit kranken Tieren, wie z.B.: Untersuchungen, Behandlungen sowie die Durchführung von operativen Eingriffen sind wegen des Kontaktes mit tierischem Material und den zusätzlichen Gefahren durch Biss- und Kratzverletzungen verboten.

Falls die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden oder stillenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen in folgender Rangfolge veranlassen:

1. Umgestaltung des Arbeitsplatzes

2. Arbeitsplatzwechsel

3. Freistellung wegen eines Beschäftigungsverbotes

Folgende Tätigkeiten dürfen Schwangere ausüben:

• administrative Tätigkeiten, Futtervorbereitung

• Sichtkontrolle bei großen Tieren

• Tätigkeiten in der Apotheke, in Laborbereichen mit geschlossenen Systemen.



Dialognummer: 16998
Stand: 11.09.2012

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